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19.10.2014

Willi-Keim-Preis für herausragenden Nachwuchschemiker

Dr. Roberto Rinaldi vom Max-Planck-Institut in Mülheim wird für seine innovativen Arbeiten zur Aufspaltung von lignocellulose-haltiger Biomasse mit dem Willi-Keim-Preis ausgezeichnet. Der Willi-Keim-Preis wird für grundlegende und originelle Forschungsarbeiten jüngerer Wissenschaftler zu Advanced Fluids vergeben und ist mit 2.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung findet am 19. Oktober 2014 im Rahmen der „7th Green Solvents Conference“ in Dresden statt.

In Zeiten des Klimawandels und der Rohstoffverknappung sind alternative Wege zur Herstellung von Energieträgern und Basischemikalien gefragt. Pflanzen und pflanzliche Abfälle sind eine große Quelle für erneuerbaren Kohlenstoff. Um ihn nutzen zu können, müssen die pflanzlichen Bestandteile (Cellulose, Lignin und Hemicellulose) aufgespalten werden. Roberto Rinaldi hat sich mit seiner Arbeitsgruppe dieser Herausforderung gestellt. Er untersuchte das Verhalten von Cellulose in ungewöhnlichen Lösungsmitteln wie den ionischen Flüssigkeiten. Dies sind Salze, deren Schmelzpunkt unter 100°C liegt. Es zeigte sich, dass durch die Wahl des Lösungsmittels bzw. der Kombination von ionischen Flüssigkeiten und organischen Lösungsmitteln die Reaktivität der Cellulose gesteuert werden kann. Es gelang ihm Katalysatoren zu entwickeln, mit deren Hilfe eine kontrollierte Aufspaltung von Cellulose möglich ist. Damit eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten für die Biomasseumwandlung und die Cellulosechemie.

Roberto Rinaldi, Jahrgang 1979, studierte Chemie an der Universidade Estadual de Campinas in Sao Paulo, Brasilien und promovierte dort 2006. Nach Post-Doc Aufenthalten am Brazilian Synchrotron Laboratory Campinas, Sao Paulo, Brasilien und am Max-Plack-Institut für Kohlenforschung (MPI) in Mülheim wurde er 2009 Gruppenleiter am MPI. Seit 2010 forscht er dort als selbstständiger Gruppenleiter durch den Sofja Kovalevskaja Preis der Alexander von Humboldt-Stiftung.

Bild von der Preisverleihung

 

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