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15.05.2006

ACHEMA-Fernsehpreis 2006 für Jörg Moll

„Der Sprit, der niemals ausgeht“ aus der 3sat-Wissenschaftsreihe „hitec“ preisgekrönt

Anläßlich der ACHEMA 2006 wird bereits zum vierten Mal der ACHEMA-Fernsehpreis vergeben. Der mit 10.000 € dotierte Preis geht in diesem Jahr an den Autor Jörg Moll, Berlin, für die 3sat-Dokumentation „Der Sprit, der niemals ausgeht“ aus der Wissenschaftsreihe „hitec“ (Redaktion: Catrin Powell, Erstausstrahlung 18. September 2005). Die feierliche Preisverleihung fand am Montag, dem 15. Mai, um 17:30 Uhr im CongressCenter Messe Frankfurt statt.

Die Jury, bestehend aus bekannten Fernsehjournalisten, Unternehmern und Wissenschaftlern, begründete ihre Entscheidung für diesen Beitrag (von insgesamt 28 eingereichten Beiträgen) damit, daß dieser Film die Bedeutung und die Chancen nachwachsender Rohstoffe als Ersatz für das teurer und knapper werdende Erdöl überzeugend, eindrucksvoll und unterhaltsam vermittelt habe. Am Beispiel von Biokraftstoffen wird die gesamte Innovationskette vom Landwirt über die Biotechnologie bis hin zur Automobilindustrie in beispielhafter Weise einbezogen. Ein Film, der nicht nur informiert und Perspektiven aufzeigt, sondern auch durch seine hervorragende inhaltliche Konzeption und filmtechnische Umsetzung eine nachhaltige Wirkung beim Zuschauer erzielt.

Die DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. vergibt diesen Preis alle drei Jahre an Autoren einer Fernsehdokumentation aus dem deutschsprachigen Raum, die ein Thema aus den Bereichen Chemische Technik, Biotechnologie und Umweltschutz auf interessante und allgemeinverständliche Weise einer breiten Öffentlichkeit nahegebracht haben. Der ACHEMA-Fernsehpreis wurde erstmals 1997 ausgelobt. Die bisherigen Preisträger waren Martin Schneider (1997), Udo Tschimmel und Heinz von Matthey (2000), Jörg Moll (2003). Jörg Moll wird damit bereits zum zweiten Mal mit dem ACHEMA-Fernsehpreis ausgezeichnet.

Jörg Moll (Jahrgang 1964) studierte an der TU Berlin Technischen Umweltschutz und arbeitet seit 1991 als freier Wissenschaftsjournalist. Über 200 Magazinbeiträge und Dokumentationen hat er seither vor allem für die 3sat-Dokumentationsreihe „hitec“ und das Wissenschaftsmagazin „nano“ sowie für ORF, ARD und ihre Sendeanstalten und RTL hergestellt. Als Filmautor widmet er sich seit vielen Jahren spannenden Technikthemen mit aktuellem Bezug zu gesellschaftlichen Herausforderungen. Jörg Moll wurde bereits im Jahre 2003 mit dem ACHEMA-Fernsehpeis ausgezeichnet für seine damalige Dokumentation „Moderne Alchemie – Werkstoffe der Zukunft“. Dreimal wurde er mit dem Deutschen Wirtschaftsfilmpreis (1997, 1998 und 2001) ausgezeichnet und im Jahre 2002 erhielt er den Hauptpreis beim Ekotop-Festival in Bratislava.

„Der Sprit, der niemals ausgeht“

Das ist der Wunschtraum jedes Autofahrers, wenn er an sein eigenes Fahrzeug denkt! Langfristig gesehen liegt hier ein viel wichtigeres Problem - nicht nur für den privaten Autofahrer, sondern für die gesamte Industrie und auch die Gesellschaft. Was wird, wenn der Sprit wirklich ausgeht, weil die Ölvorräte zu Ende gehen oder die Abhängigkeit von den ölfördernden Staaten die Öllieferungen stoppt oder diese nicht mehr bezahlbar sind? Hier sind Alternativen gefragt – und in den Entwicklungslabors wird weltweit bereits an neuen Lösungen gearbeitet.

Die Möglichkeit, pflanzlichen Treibstoff zu tanken, besteht in Deutschland und Europa schon seit geraumer Zeit. Das aus der Rapspflanze gewonnene Öl wird verarbeitet und als Biodiesel vermarktet. Die Sache hat nur einen Haken, die Umweltbilanz von Biodiesel ist negativ. Wissenschaftler, Mineralöl- und auch Autokonzerne setzen daher auf eine völlig neue Technologie, bei der nicht nur die Frucht eines speziellen Gewächses, sondern die ganze Pflanze verwertet wird. Der Name für diese Technologie: Biomass to liquid, kurz BTL. Mehrere Institute erforschen momentan, welche Pflanzen für welche technischen Verfahren am besten geeignet sind.

Entscheidend ist, daß sie mit einem geringeren Energieeinsatz auskommen. Denn es macht keinen Sinn, mehr Energie in das Verfahren hineinzustecken, als man anschließend in Form von Treibstoff wieder heraus bekommt. Nach aktuellen Prognosen ließen sich in Deutschland 20 bis 25% der Treibstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen produzieren; europaweit sollen sogar 40% realisierbar sein – ein enormes Markpotential.

Inspiriert von den Forschungen auf dem Gebiet der BTL-Kraftstoffe erforschen Mercedes und VW momentan Verbrennungsmotoren, die die Vorteile des Benzin- und Dieselmotors vereinen und sehr sparsam, aber dennoch sauber sind. Diese auch als Diesottos bezeichneten Motoren verlangen nach Designersprit, der sich mit dem BTL-Verfahren sehr gut herstellen läßt. Zu den vielen Ideen, wie der Mensch in Zukunft mobil bleiben kann, kommt nun möglicherweise mit dem neuen Kraftstoff und einem neuen Motorenkonzept ein wichtiger Ansatz aus deutschen Forschungslabors. Der vielfach tot gesagte Verbrennungsmotor könnte möglicherweise mit regenerativem Treibstoff eine neue Chance bekommen. „hitec“-Autor Jörg Moll durfte als erster Reporter in ein solches Forschungslabor.

 

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