Kleben von zweiteiligen Abutments in der Zahnimplantologie

19157 N

Forschungsstelle 1:

NMI Naturwissenschaftliches und Medizinisches Institut an der

Universität Tübingen

Markwiesenstraße 55

72770 Reutlingen
Projektleiter 1: Dipl.-Ing. Sebastian Wagner
Forschungsstelle 2:

Universität Kassel

Institut für Produktionstechnik und Logistik

Fachgebiet Trennende und Fügende Fertigungsverfahren (tff)

Kurt-Wolters-Straße 3

34125 Kassel
Projektleiter 2:

Dipl.-Wirtsch.-Ing. Sascha Mechtold, M.Sc. 

Laufzeit: 01.09.2016 - 31.08.2018

In der Zahnmedizin werden sogenannte Hybridabutments für Zahnimplantate verwendet. Das Abutment ist die Verbindung zwischen dem Implantat im Kieferknochen und der sichtbaren Krone. Aus ästhetischen Gründen kann es erforderlich sein, das Abutment zweiteilig zu fertigen, so dass eine Klebverbindung zwischen Titan und Keramik notwendig ist. Diese Verbindung wird von den Zahntechnikern nach bestem Wissen und Gewissen hergestellt, ist jedoch nach Aussagen des Verbands Deutscher Zahntechniker-Innungen eine Schwachstelle. Eine Standardisierung bzw. wissenschaftlich fundierte Aussagen zur Haltbarkeit und Beständigkeit der Klebung existieren bisher nicht. In diesem Projekt sollen Klebstoffe und Klebprozesse qualifiziert werden, damit eine sichere und beständige Verbindung des Hybridabutments gewährleistet ist. Dabei liegt besonderes Augenmerk auf den speziellen Beanspruchungen im Mund, z.B. Temperaturschwankungen, unterschiedlichen pH-Werten sowie den zum Teil sehr hohen Kaukräften. Die grundlegenden Untersuchungen erfolgen an einfachen Druckscherproben, um Geometrieeinflüsse zu vermeiden. Im weiteren Verlauf des Projektes werden entsprechende Prüfkörper zur Haftungsoptimierung und -prüfung entwickelt. Zudem werden die Prüfkörper typischen Reinigungs- und Sterilisationsverfahren unterzogen, um deren Einflüsse auf die Klebfestigkeit zu ermitteln. Das Verhalten bei Temperaturwechseln und die Beständigkeit gegenüber Lebensmitteln (unterschiedliche pH-Werte) werden in nachgeschalteten Prüfungen untersucht. Eine Prüfung nach DIN EN ISO 14801 ergänzt im Anschluss die Herstellung und Qualifizierung der geklebten Produkte. Für die vielen, meist handwerklich ausgerichteten Zahntechnikerbetriebe wird eine wissenschaftlich fundierte Qualifizierung von Klebstoffen und Vorbehandlungsverfahren angeboten. Durch fundierte Aussagen zur Beständigkeit und Festigkeit der Klebung ergeben sich möglicherweise mehr Freiheiten bei der Gestaltung der Anbindungsfläche und dem Design der Krone.

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BMWi-Logo Das IGF-Vorhaben Nr. 19157 N der Forschungsvereinigung DECHEMA, Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V., Theodor-Heuss-Allee 25, 60486 Frankfurt am Main wurde über die AiF im Rahmen des Programms zur Förderung der industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.
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