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11.05.2006

ACHEMA aktuell: Ressourcen und Kosten einsparen mit moderner Umwelttechnik - Leistungsfähige Anaerobverfahren als Basis eines effizienten Ressourcenmanagements in der Industrie

Prof. Jules van Lier, Lettinga Associates Foundation, Wageningen/NL
Plenarvortrag, Halle 4.C, Saal Alliance
16. Mai 2006, 13.30 Uhr

Steigende Energiepreise und drohender Klimawandel sind ein Anstoß zu ressourcensparenden Produktionsverfahren. Moderne Hochleistungs-Anaerob­reaktoren stellen in diesem Sinn eine Schlüsseltechnologie zur Schließung ökonomisch und ökologisch attraktiver Kreisläufe dar. Der Stand der Entwicklung und Praxiserfahrungen machen die Technik interessant für ein wachsendes Spektrum industrieller Anwendungen.

Jules van Lier, Professor an der niederländischen Universität Wageningen und Direktor der Lettinga-Stifftung, berichtet darüber in seinem Plenarvortrag auf dem ACHEMA-Kongreß am Dienstag, 16. Mai 2006.

Was sind die Anreize? Da ist zum einen die Chance, gleichzeitig mit der Reinigung von Abwasser Energie zu produzieren – in Form von Methan – anstatt Energie in großer Menge für den Abbau der organischen Stoffe in konventionellen Kläranlagen zu verbrauchen. Zum anderen ermöglicht die anaerobe Behandlung von Abwässern bei erhöhter Tempertur Wasserkreisläufe mit zusätzlichem Energiebonus und somit doppeltem Spareffekt. Weniger Überschußschlamm und ein bis zu 90% geringerer Flächenbedarf sind weitere Pluspunkte in der ökonomischen Bilanz.

Eine Voraussetzung ist die Leistungsfähigkeit moderner Anaerobreaktoren. Sie erreichen organische Raumbelastungen bis zu 20-35kg CSB (chemischer Sauerstoffbedarf) pro Kubikmeter Reaktorvolumen und Tag. Daher eignen sie sich für die Behandlung und Aufbereitung unverdünnter Abwässer im Verbund mit den Produktionsanlagen. Der Zusatz von granuliertem anaerobem Schlamm als Biokatalysator verkürzt die Anfahrzeit der Reaktoren auf weniger als 1 Woche.

Am weitesten verbreitet sind anaerobe Hochleistungsreaktoren für die Abwasserbehandlung in der Nahrungsmittelindustrie (Zuckerfabriken, Kartoffel- und Stärkeverarbeitung, Getränkeindustrie etc.). In den letzten Jahren hat die Zahl der Anwendungen jedoch auch im Non-Food-Bereich erheblich zugenommen, zum Beispiel in der Papierindustrie und in der Chemie (Abwässer aus der Produktion von Formaldehyd, Benzaldehyd, Terephthalaten etc.).

Kombinierte Anaerob/Aerobtechnologien in Produktionsbetrieben für Packpapier und Pappe ermöglichen heute sogar geschlossene Wasser- und Stoffkreisläufe und eröffnen somit – zumindest in ausgewählten Branchen – die Chance zu einer noch weitergehenden Ressourceneinsparung und Umweltentlastung bis hin zur Null-Emission.

 

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