Presse-Information

Press release ¤ Information de presse

12.05.2006

ACHEMA aktuell: Weiße Biotechnologie – Perspektiven für eine nachhaltige Chemie

Dr. Stefan Buchholz, Degussa AG
Plenarvortrag, Forum, Saal Agenda
19. Mai 2006, 13.30 Uhr

Von der Natur zu lernen, ihre Kreativität zu nutzen, war schon immer eine gute Idee. Geradezu genial, wie Pflanzen sich zum Beispiel in die Höhe schwingen oder aus dem Sonnenlicht Energie speichern. Kein Wunder also, wenn angesichts explodierender Spritpreise und Heizölrechnungen das Interesse an Pflanzen als Energiequelle und Rohstoffbasis deutlich zunimmt. Kraftstoffe aus Raps und Soja, Chemikalien aus Zuckerrohr und Kartoffeln, Kunststoffe aus Mais und Rüben – die Nutzungsmöglichkeiten für nachwachsende Rohstoffe werden immer zahlreicher.

Insbesondere die Weiße Biotechnologie eröffnet neue Wege, nachwachsende Rohstoffe zu nutzen. Außerdem wendet sie Bioprozesse an, die oft selektiver sind und unter milderen Bedingungen ablaufen als konventionelle chemische Verfahren. Sie eröffnet auch neue Wege zu hochwertigen Produktgenerationen beispielsweise im Bereich der „Nutraceuticals“, also pharmazeutisch wirksamer Nahrungsergänzungsmittel, sowie im Bereich der aktiven Inhaltsstoffe für Kosmetika und der Biopolymere. Damit trägt die Weiße Biotechnologie zu allen drei Aspekten der Nachhaltigkeit bei: Umwelt, Ökonomie und Gesellschaft.

Nachdem also die rote Biotechnologie die pharmazeutische Industrie revolutioniert und die grüne das Agrogeschäft – zumindest außerhalb Deutschlands –verändert hat, ermöglicht nun die Weiße Biotechnologie eine ganze Reihe neuer Innovationen in der Chemischen Industrie, wie Dr. Stefan Buchholz von der Degussa AG in seinem Plenarvortrag auf der ACHEMA am 19. Mai um 13.30 Uhr erläutern wird.

Dr. Stefan Buchholz baute bei Degussa das Projekthaus Biotechnologie, das auf Biokatalyse fokussiert war, mit auf und anschließend das neue Projekthaus ProFerm, das die Entwicklung von neuen Fermentationsstämmen zum Ziel hat. Heute ist er Leiter Exploration und Validierung Biotechnologie in der Degussa-Geschäftseinheit Creavis und hat außerdem einen Lehrauftrag an der Universität Stuttgart.

Degussa will eine Steigerung des Umsatzanteils nachwachsender Rohstoffe im Konzern von heute fünf Prozent auf rund zehn Prozent in fünf Jahren und abhängig von den Rohstoffkosten bis zu 20 Prozent in zehn Jahren erreichen. Dazu wurde im Januar ein neues Science to Business Center Bio gegründet. In hochmodernen Labors und Technika sollen rund 60 eigene Forschungsmitarbeiter gemeinsam mit Hochschulen und industriellen Kooperationspartnern neue biotechnologische Produkte und Prozesse auf Basis natürlicher Rohstoffe auf den Weg bringen.

34

zurück zur Übersicht

© DECHEMA e.V. 1995-2016, Last update 30.09.2014

DECHEMA e.V.
Theodor-Heuss-Allee 25
60486 Frankfurt
Telefon (069) 7564-0
Telefax (069) 7564-201


Kontakt/Contact:
Dr. Kathrin Ruebberdt
Tel. +49 (0) 69 / 75 64 - 2 77
Fax +49 (0) 69 / 75 64 - 2 72
e-Mail:
Jetzt Mitglied werden