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10.06.2014

Algenbiotechnologie entwickelt sich weiter – Experten tagten in Köthen

Viel ist erreicht, einiges bleibt noch zu tun: So lassen sich nach zwei Tagen intensiver Diskussion die Ergebnisse des 7. Bundesalgenstammtisches zusammenfassen. 150 Experten beschäftigten sich mit den neuesten Erkenntnissen zu Mikroalgen. Das Themenspektrum reichte von der Kultivierung, für die mittlerweile eine ganze Reihe von Reaktortypen zur Verfügung stehen, über die Mikrobiologie und den Einsatz von Algen zur Wertstoffgewinnung bis zur Nutzung von Algen als Futtermittel in der Aquakultur. Prof. Dr. Rainer Buchholz, Vorsitzender der Fachgruppe Algenbiotechnologie bei der DECHEMA e.V., lobte in seinem Schlusswort besonders die offene Diskussionskultur, die den Bundesalgenstammtisch seit jeher auszeichne.

Der jährlich stattfindende Bundesalgenstammtisch war diesmal zu Gast am Kompetenzzentrum für Biosolartechnologie der Hochschule Anhalt und der GICON Großmann Ingenieur Consult GmbH, das zur Entwicklung marktfähiger Produkte der Mikroalgenbiotechnologie gegründet wurde. Das dortige Technikum betreibt unter anderem eine modulare Photobioreaktorplattform, in der neue Verfahren systematisch untersucht und entwickelt werden können. Eine Besichtigung der Anlage war Bestandteil des Programms und ein guter Einstieg in zwei Tage mit Vorträgen, Postern und Diskussionen. Dabei wurde das gesamte Spektrum von der Molekularbiologie über die Prozesssteuerung bis zur Produktion von Algen als Lebendfutter für Aquakulturen abgedeckt. Mit Vorträgen zum Einsatz von Makroalgen bzw. Moosen wurde der Blick zudem auf zwei weitere potenzielle Wertstoffproduzenten aus dem Bioreaktor erweitert.

Dank moderner Methoden aus Biotechnologie und Ingenieurwissenschaft hat sich die Algenbiotechnologie und -kultivierung in den letzten Jahren deutlich weiterentwickelt. Mittlerweile stehen eine Reihe von Reaktortypen für unterschiedlichste Anforderungen zur Verfügung. Informationen über Genome und Stoffwechselleistungen von unterschiedlichsten Algenarten werden systematisch in Datenbanken erfasst. Dadurch ist es möglich, verschiedene Algen gezielt darauf zu untersuchen, welche Stoffe sie produzieren und welche Wirkung diese haben. So können geeignete Algen ausgewählt und verbessert werden.

Die Bedeutung der Algenbiotechnologie als zukünftiger Wirtschaftsfaktor wurde vom Minister für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt, Hartmut Möllring, in seinem Grußwort hervorgehoben. Die Tagung zeigte aber auch, dass in den nächsten Jahren noch viele Fragen zu beantworten sind – beginnend bei der Frage, welche Prozesse mit welchen Organismen tatsächlich mittelfristig wirtschaftlich eingesetzt werden können bis zu den Problemen, die durch Kontaminationen bei der Produktion verursacht werden können. Es bleibt also genügend Diskussionsstoff für die kommenden Veranstaltungen. Der 8.Bundesalgenstammtisch ist für das Frühjahr 2015 geplant.

 

 

 

34/2014

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