Peak Phosphor: Eine Herausforderung für die chemische Technik

3. April 2014 DECHEMA-Haus, Frankfurt am Main

723. DECHEMA-Kolloquium am 3. April 2014 um 15:00 Uhr im DECHEMA-Haus, Frankfurt am Main, Ende gegen 19:00 Uhr

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Ein Mineral spaltet die Expertenmeinungen: Phosphor in der Form von Phosphaten. Die einen sehen immer noch schier unendliche Vorkommen, andere sprechen von dramatischen Rückgängen der Ressourcen beim Phosphat-Mineraldünger und deren Auswirkungen auf die Nahrungsmittelproduktion.

In einem Punkt sind sich beide Parteien jedoch einig: Phosphor ist insbesondere in der Landwirtschaft nicht ersetzbar. Da nur sehr wenige Länder über größere Vorkommen verfügen und die erforderliche Steigerung der Fördermenge nicht erreicht wird, könnte sich, ähnlich wie bei den Seltenen Erden, Phosphor zu einer geostrategischen Zeitbombe entwickeln. Andererseits ist Phosphor auch wiederverwendbar (Pflanzenreste, Gülle) doch wird dieser Kreislauf zunehmend weniger genutzt: 80 % des ausgebrachten Phosphors gehen verloren. Er geht in den Böden Verbindungen ein, die für die Pflanzen nicht erreichbar sind und wird ausgewaschen. Zusätzlich fließen jährlich geschätzte drei Millionen Tonnen Phosphor über die Kanalisation in die Meere. Bedingungen, die hohe Anforderungen an die Wirtschaftlichkeit der Phosphatrückgewinnung stellen. So ist neben allen bereits laufenden Maßnahmen (Recycling aus Klärschlamm, Pflanzensorten die den im Boden verbliebenen Phosphor besser nutzen können) vor allem ein Umdenken in der Gesellschaft gefragt.

Wird Phosphor in Zukunft wirklich knapp?
Dr. A. Maurer, ICL Performance Products, Ludwigshafen

Chemischer Aufschluss von mineralischen Phosphaten zur Düngemittelherstellung
Dr. J. Reuvers, BASF SE, Ludwigshafen

Das Budenheimer Kohlensäure-Verfahren, Ein umweltfreundliches Verfahren zur Phosphatrückgewinnung aus Klärschlamm
Dr. R. Schnee, Chemische Fabrik Budenheim KG, Budenheim

Phosphatrecycling, eine Herausforderung an die Chemie
Prof. Dr. M. Bertau, Technische Universität Bergakademie Freiberg

Moderation: Dr. B. Mathes, DECHEMA e.V. Frankfurt am Main

 


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