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Presse-Information

Press release ¤ Information de presse

10.09.2008

Festkolloquium zur Verleihung der DECHEMA-Ehrenmitgliedschaft an Professor Gerhard Ertl

Im Rahmen eines Festkolloquiums hat die DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. dem Chemie-Nobelpreisträger von 2007 und langjährigen DECHEMA-Mitglied Prof. Dr. Dr. h.c. Gerhard Ertl die DECHEMA-Ehrenmitgliedschaft verliehen. Die Veranstaltung fand am 08. September 2008 im DECHEMA-Haus in Frankfurt am Main statt. Mit der Verleihung ihrer höchsten Auszeichnung würdigte die DECHEMA Gerhard Ertls fundamentale Leistungen bei der wissenschaftlichen Durchdringung der Katalyse. Seine Forschungen haben nicht nur zu einer erheblichen Erweiterung des experimentellen Methodenspektrums beigetragen, sondern auch zum atomaren Verständnis katalytischer Reaktionen an Oberflächen.

In seiner Laudatio zeichnete der Vorsitzende der DECHEMA, Dr. Alfred Oberholz, die Verknüpfungen zwischen der DECHEMA und dem Werk Professor Ertls nach: „Ein Kriterium, das Sie Ihr Leben lang auf geradezu ideale Weise mit der DECHEMA verbunden hat, ist mit dem Begriff Interdisziplinarität verbunden. Interdisziplinarität war das Gründungsmotiv für die DECHEMA, und Interdisziplinarität ist auch das eigentliche Erfolgsgeheimnis Ihrer herausragenden wissenschaftlichen Tätigkeit.“ Das zweite Kriterium sei die Ammoniaksynthese, die eines der ersten Beispiele für die gleichberechtigte Zusammenarbeit zwischen Chemikern und Ingenieuren dargestellt habe. Ihren Mechanismus klärte Professor Ertl unter anderem auf und erhielt dafür bereits 1990 die Alwin-Mittasch-Medaille der DECHEMA, benannt nach dem Entwickler des Katalysators für die Ammoniaksynthese.

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Bild 1: Ein besonderes Geschenk: Professor Ertl erhält eine Erstausgabe der „Elektrochemie“ von Wilhelm Ostwald aus dem Jahr 1896. Von links: Prof. Gerhard Ertl, Prof. Gerhard Kreysa (Geschäftsführer der DECHEMA), Dr. Alfred Oberholz (Vorsitzender der DECHEMA)   Bild 2: Prof. Gerhard Ertl bei seiner Dankesrede

In seiner kurzen Dankesrede würdigte Professor Ertl die Bedeutung der Katalyseforschung in Deutschland: „Das zarte Pflänzchen der Katalyseforschung ist zu einem stattlichen Baum herangewachsen“, sagte er mit Blick auf die Gründung der Deutschen Gesellschaft für Katalyse, die am 08. September 2008 ihre Arbeit aufgenommen hat. Er blickte auch auf seine langjährige Beziehung zur DECHEMA zurück, deren Arbeit er seit 1970 als Mitglied des Arbeitsausschusses Katalyse begleitete. Besonders verwies er auf die Internationale Katalysetagung 1984; er freue sich, dass der nächste International Congress on Catalysis 2012 wieder in Deutschland stattfinden wird; die DECHEMA wird diese bedeutende Tagung in München ausrichten.

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Bild 3: Etwa 350 Gäste hatten sich im Max-Buchner-Hörsaal im DECHEMA-Haus eingefunden
Bild 4: Professor Jens K. Norskov von der Technical University of Denmark in Lingby hielt den Festvortrag

Prof. Jens K. Norskov von der Technical University of Denmark in Lyngby stellte in seinem anschließenden Festvortrag „A molecular view of heterogeneous catalysis“ dar, wie sich aktuelle Forschungen über die Entwicklung optimierter Katalysatoren aus Gerhard Ertls Erkenntnissen über die Funktionsweise der Katalyse ableiten. „Greife das Wesentliche heraus und drücke es generisch aus“, so laute Ertls Rezept. Damit werde ein grundsätzliches Verständnis der Katalyse erlangt, dass es möglich mache, optimale Katalysatoren am Reißbrett zu entwickeln. Zwar seien diese Versuche noch ein ganzes Stück von der technischen Anwendung entfernt; aber erste Experimente mit Katalysatoren, die anhand von Rechenmodellen entwickelt wurden, zeigen sehr vielversprechende Ergebnisse.

Den musikalischen Rahmen der Veranstaltung bildete das Klarinettenkonzert A-Dur KV 622 von Wolfgang Amadeus Mozart, gespielt von Nina Janßen und dem Kurpfälzischen Kammerorchester unter der Leitung von Stefan Fraas.

Professor Gerhard Ertl wurde 1936 in Stuttgart geboren und studierte an den Universitäten Stuttgart, Paris und an der Technischen Universität München, wo er sich nach seiner Promotion auch habilitierte. Von 1968 bis 1986 hatte er Lehrstühle an der Technischen Universität Hannover und der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie mehrere Gastprofessuren an amerikanischen Hochschulen inne. Von 1986 bis 2004 war er Direktor des Fritz-Haber-Instituts der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin, wo er bis heute als Emeritus tätig ist.
 

30/2008