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11.05.2009

Energieversorgung der Zukunft – Entscheidungsnot zwischen Dirigismus, Markt und Opportunismus


Podiumsdiskussion, Messegelände, Forum, Ebene 0, Discussion Corner
Donnerstag, 14. Mai 2009, 11:00 bis 12:30 Uhr                                                           
Weitere Informationen und Fakten zum Diskussionsthema
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Über die Frage, ob die gesetzlichen und forschungspolitischen Rahmenbedingungen zur Sicherung einer nachhaltigen Energieversorgung ausreichen, diskutieren:

Prof. Dr. Rainer Diercks,
Leiter des Kompetenzzentrums Forschung und Technologie Chemikalien und Sprecher des Wachstumsclusters Rohstoffwandel der BASF SE, Ludwigshafen

Prof. Dr. Jürgen Schmid,
Vorstandsvorsitzender des Instituts für Solare Energieversorgungstechnik (ISET e. V.), Kassel

Prof. Dr. Ferdi Schüth,
Direktor des Max-Planck-Instituts für Kohlenforschung, Mülheim an der Ruhr

Prof. Dr. Eberhard Umbach,
Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und Vorstandsvorsitzender des Karls-ruher Forschungszentrums, Karlsruhe

Prof. Dr. Eberhard Jochem (Moderation),
Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI), Karlsruhe

Die Energiepolitik hat sich drei Hauptziele gesetzt: Wirtschaftlichkeit, Versorgungssi-cherheit und Umweltverträglichkeit. Mit welchen politischen Instrumenten und mit welchen Technologien diese zu erreichen sind, ist jedoch umstritten. 1997 lag der Weltenergiebedarf nach Daten des ForschungsVerbund Erneuerbare Energien (FVEE) bei 390 Exajoule (1 Exajoule = 1018 Joule). Mit dem vorhandenen Angebot erneuerba-rer Ressourcen wie Sonnen- und Windenergie, Biomasse, Erdwärme und Wasserkraft könnte man diesen Bedarf um ein Vielfaches decken – doch sind die Kosten für die erneuerbaren Energien derzeit noch nicht wettbewerbsfähig.
Der Gesetzgeber hat mit Förderprogrammen und Gesetzen reagiert, die den Einsatz regenerativer Ressourcen beschleunigen sollen. So gibt z. B. das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Betreibern von Wasserkraft-, Biomasse-, Geothermie-, Wind-energie- und Photovoltaik-Anlagen über 20 Jahre das Anrecht auf einen festen Vergü-tungssatz für den erzeugten Strom. Die deutsche Bundesregierung hat sich außerdem zum Ziel gesetzt, den Anteil erneuerbarer Energien bis zum Jahr 2020 auf 20 % zu erhöhen. Dazu sollen vor allem Windenergieanlagen ausgebaut werden.
Die Bundesregierung kommt aber auch den Energieproduzenten entgegen – so z. B. bei der Aushandlung des Atomausstiegs, bei dem den Betreibern der Kernkraftwerke eine bestimmte Reststrommenge garantiert wurde. Durch diese im Konsens mit den Betreibern getroffene Entscheidung konnten langwierige juristische Prozesse und milliardenschwere Entschädigungszahlungen vermieden werden.
Auch konventionelle Energieträger werden ihre Bedeutung kurzfristig nicht verlieren. Neben der Entwicklung von Technologien für Bereitstellung, Transport und Speiche-rung der Energie besteht Entscheidungsbedarf über Maßnahmen zur Abtrennung und Speicherung des entstehenden CO2.


Zu den Teilnehmern:
Prof. Dr. Rainer Diercks ist Leiter des Kompetenzzentrums Forschung und Technologie Chemi-kalien sowie Sprecher des Wachstumsclusters Rohstoffwandel bei der BASF SE in Ludwigsha-fen. Außerdem ist er DECHEMA-Vorstandsmitglied und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Katalyse (GECATS) sowie Aufsichtsratsvorsitzender bei der hte AG.

Prof. Dr. Jürgen Schmid ist seit 1998 Vorstandsvorsitzender des Instituts für Solare Energiever-sorgungstechnik (ISET e. V.) in Kassel. Er hat die Professur für Rationelle Energiewandlung an der Universität Kassel inne und ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen.

Prof. Dr. Ferdi Schüth ist seit 1998 Direktor am Max Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr. 2003 wurde das DECHEMA-Vorstandsmitglied mit dem Gottfried-Wilhelm-Leibnitz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgezeichnet; seit 2007 ist er deren Vizepräsident. Schüth ist Mitherausgeber des 2008 erschienenen Buchs „Die Zu-kunft der Energie: Die Antwort der Wissenschaft“, ein Report der Max Planck-Gesellschaft.

Prof. Dr. Eberhard Umbach studierte Physik an der TU München. Er ist Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Karlsruhe und war bis 2008 Präsident der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG).

Prof. Dr. Eberhard Jochem ist seit 1973 am Fraunhofer Institut für System- und Innovationsfor-schung (ISI) in Karlsruhe tätig. Von 2001 bis 2007 war der Mitbegründer des CEPE (Centre for Energy Policy and Economics) Mitglied des Rates für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregie-rung. 2009 erhielt Jochem den erstmals vergebenen Bayer Climate Award der Bayer Science and Education Foundation.

22/2209