DECHEMA-Blog

Blockchain in der Prozessindustrie - Hype oder Chance?

Erstellt von Marina Korogodska, 10.November 2020

Ist Blockchain-Technologie relevant für die Prozessindustrie? Dieser Frage ist das DECHEMA Autumn Special am 04.11. nachgegangen. Die kurze Antwort: Es kommt darauf an.

„Blockchain kann eine Branche revolutionieren, indem sie Vertrauen schafft, Missverständnisse vermeidet und dafür sorgt, dass alle auf das gleiche Ziel hinarbeiten”davon sind die Gründer von InnoBlock überzeugt. Das Fundament dafür ist aber ein gemeinsames Verständnis. Den Grundstein dazu legte Phuong Nguyen von InnoBlock mit einer Einführung zur Blockchain-Technologie.

Mit aktuellen Use-Cases großer Anwender wurde anschließend das breite Feld aufgezeigt, in dem Blockchains Probleme in der Prozessindustrie lösen und Prozesse effizienter machen können:

Heinz-Günther Lux (Evonik Digital) berichtete über den Nutzen von Blockchain in traditionellen Geschäftsprozessen. Interessant sind Anwendungsfälle für Blockchains demnach, wenn viele Parteien miteinander in Beziehung stehen und Daten austauschen müssen - z.B. beim Supply Chain Management.

Ein weiterer solcher Anwendungsfall ist die Nachverfolgung von Kunststoffen für ein besseres Recycling, wie John Fox (Covestro) zeigte. So kann ein weiterer Schritt von der linearen Wirtschaft in Richtung der Kreislaufwirtschaft gegangen werden.

Auch in der pharmazeutischen Industrie können Blockchains sinnvoll eingesetzt werden – z.B. im Identitätsmanagement, welches sicherstellen soll, dass Nutzer und Dokumente tatsächlich die sind, die sie zu sein vorgeben. Dies und mehr stellte Daniel Fritz (Novartis) am Beispiel der PharmaLedger vor. Wie das Identitätsmanagement im PharmaLedger genau funktioniert, zeigte Carsten Stöcker von Spherity.

Auch die Identifikation von Hardware (z.B. Sensoren) in der Blockchain ist bei der Vertrauenswürdigkeit von Daten ein wichtiges Thema.  Riddle&Code löst es mit speziellen Kryptochips, wie Sebastian Becker berichtete.

Und wie läuft die Umsetzung eines Blockchainprojektes ab? Christian Schultze-Wolters berichtete von der Herangehensweise bei IBM. Mesbah Sabur erzählte, wie dieser Prozess mit einem spezialisierten Start-up wie Circularise abläuft und wie sich die Projektpartner finden - Covestro und Circularise etwa sind auf der CES in Las Vegas ins Gespräch gekommen.

Auch die DECHEMA hat sich mit der Blockchain in der Prozessindustrie auseinandergesetzt. Oliver Hurtig stellte das Statuspapier dazu vor.

Die Vorträge wurden mit kleinen visuellen Demos aufgelockert, in denen gezeigt wurde, was Hash-Werte sind, wie eine Blockchain aufgebaut wird und welche Rolle digitale Signaturen spielen.

Zum Abschluss gab es für alle Teilnehmer noch die Möglichkeit, direkt mit den Experten ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen, die noch offen geblieben sind.

 

Wichtige Erkenntnisse des Tages:

  • Blockchain-Projekte sind dann sinnvoll, wenn viele Parteien involviert sind.

  • Blockchain-Projekte sollte man nicht alleine umsetzen, sondern immer mit einem Netzwerk von Partnern.

  • Messen sind weiterhin wichtig für Netzwerke und zum Ideenaustausch. Sie sind die Schmelztiegelin denen Projektpartner zusammenfinden.

In diesem Sinne - bis zum nächsten Event. Wir sehen und spätestens beim Digital Hub auf der ACHEMA 2021.

 

 


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