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Presse-Information

Press release ¤ Information de presse

03.09.2008

Nachruf für Prof. Dr.rer.nat. Kurt Kirchner

 

Am 13. August 2008 verstarb Prof. Dr.rer.nat. Kurt Kirchner im Alter von 81 Jahren. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter der ersten Stunde hat er den Aufbau des Bereichs Technische Chemie am Karl-Winnacker-Institut der DECHEMA entscheidend mitgeprägt und blieb dem Institut und der DECHEMA auch nach seiner Pensionierung 1991 eng verbunden. Seine vielseitige Forschung fand ihre Anerkennung unter anderem durch den DECHEMA-Preis 1970, den er für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Kinetik homogener Reaktionen erhielt.

Professor Kirchner, 1926 in Hannover geboren, studierte Chemie an der Technischen Hochschule Hannover und an der Universität in Grenoble. 1955 wechselte er an die Technische Hochschule München, wo er 1958 bei Professor Patat über die „Thermische Polymerisation von Styrol“ promovierte. 1962 nahm er seine Tätigkeit am Karl-Winnacker-Institut der DECHEMA auf. Hier führte er die klassischen Arbeitsgebiete seines Doktorvaters weiter und beschäftigte sich mit der Styrolpolymerisation und dem Einsatz von Kugelmühlen. Aber er erschloss sich auch eigene neue Arbeitsgebiete: So widmete er sich der Umweltchemie und untersuchte Gasreaktionen bei niedrigen Konzentrationen; auch heterogene Katalyse, bakterielle Abgasreinigung und die Bodensanierung waren Themen seiner wissenschaftlichen Tätigkeit. Außerdem wirkte er bei der DECHEMA als Pionier der Biotechnologie und legte 1974 die Basis für die biotechnologische Arbeit am Karl-Winnacker-Institut.

Neben der Forschungstätigkeit engagierte er sich in Lehre und Weiterbildung; so entwickelte er die ersten Kurse in Technischer Chemie am Karl-Winnacker-Institut und schrieb gemeinsam mit Professor Patat das „Praktikum der Technischen Chemie“, das sich zum Standardlehrbuch entwickelte. Seit 1988 war er für das Wahlpflichtfach Technische Chemie an der Universität Regensburg verantwortlich. Im Lauf seiner wissenschaftlichen Karriere betreute Prof. Kirchner 38 Doktoranden und konnte bei seiner Pensionierung auf 150 wissenschaftliche Publikationen und 40 Forschungsvorhaben zurückblicken. Auch im Ruhestand blieb er seiner Arbeit treu: Erst im letzten Jahr verlängerte er seine Nebentätigkeit in der VDI-Kommission „Reinhaltung der Luft“.

Professor Kirchner wird uns in tiefer Erinnerung bleiben. Für das Karl-Winnacker-Institut war er ein profilprägender Wissenschaftler; seine Persönlichkeit ist weit darüber hinaus Vorbild für Jüngere: Er war stets bereit, für wahr Geglaubtes in Frage zu stellen und doch gleichzeitig überzeugt davon, dass es dauerhafte Wahrheiten gibt. Seine Suche danach war geprägt von Pflichterfüllung und begleitet von dem Bewusstsein, über das eigene Leben hinaus Verantwortung zu tragen. Dem wurde er nicht nur durch sein Engagement für den wissenschaftlichen Nachwuchs gerecht; er organisierte in den 80er und 90er Jahren auch spezielle Kurse für stellungslose Chemiker.
Professor Kirchner war das seltene Beispiel der Kombination von fachlicher Exzellenz und extremer Bescheidenheit. Die DECHEMA trauert um Professor Kirchner und wird ihm ein ehrendes Andenken bewahren.  

 

 

 

 

 

 

 

 

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