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18.09.2008

ChemCar-Wettbewerb 2008 – Autorennen mal anders ...

 Speiseöl und Energydrinks statt Diesel und Benzin

Das Kongresszentrum Karlsruhe ist am Mittwoch, dem 8. Oktober 2008, von 13.00 bis 14.00 Uhr Schauplatz eines Autorennens der besonderen Art: Am Start sind sechs Studenten-Teams, die ihre Fahrzeuge mit Hilfe der hohen Kunst der Verfahrenstechnik ausschließlich durch (bio-)chemische Reaktionen betreiben. Das Sieger-Team kann sich über einen Geldpreis von 2.000 Euro freuen und nimmt den ChemCar-Pokal mit nach Hause.


Folgende Teams gehen am 8. Oktober beim 3. ChemCar-Wettbewerb an den Start:

  • Team Greenhound / RWTH Aachen,
  • CurrentCarBerlin / TU Berlin,
  • MyBeck II / TU Chemnitz,
  • Roadrunner / TU Clausthal,
  • S.O.S - Spirit of Sugar / TU Graz,
  • Tamachrito / Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Dieser Wettbewerb möchte jungen Chemikern und Verfahrenstechnikern nicht nur Spaß am praktischen Arbeiten vermitteln. Er soll auch den „alten Hasen“ der Branche zeigen, welche frischen und kreativen Ideen von der neuen Generation Chemieingenieure/Verfahrenstechniker erdacht, geplant und umgesetzt werden können. Dabei geht es nicht um den „Autoantrieb der Zukunft“; vielmehr werden die vielfältigen Möglichkeiten der Chemie und Verfahrenstechnik gezeigt, um ein Auto anzutreiben und die geforderte Distanz so genau wie möglich zurückzulegen.
Das ChemCar-Rennen wurde 2006 von den kreativen jungen Verfahrensingenieuren (kjVI) mit Unterstützung der VDI-GVC Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen und der DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. ins Leben gerufen. Durch die Sponsoren BASF, Bayer Technologies Service, Merck, Evonik und Thyssen Krupp ist dieses Autorennen der etwas anderen Art nun fester Bestandteil der ProcessNet-Jahrestagung und stellt einen der Programmhöhepunkte dar.

Die ProcessNet-Jahrestagung ist das große Jahrestreffen der Ingenieure, Verfahrenstechniker und Chemiker. Vom 7.-9. Oktober werden in Karlsruhe entscheidende Beiträge der chemischen Technik zu den wichtigen Bedürfnisfeldern Energie, Mobilität und Gesundheit vorgestellt. Mit seinem Vortrag „Kernfusion: Klimaretter oder Utopie“ eröffnet Professor Alexander Marian Bradshaw vom MPI für Plasmaphysik in Garching am 7. Oktober das hochkarätige Programm.

Weitere Informationen: www.dechema.de/jt2008 und www.chemcar.de

Bildmaterial über Dr. Katrin Rübberdt, Tel.: 069/7564-442, E-Mail

 Der ChemCar-Pokal 2008

  Chemcarpokal 2008


 Das Chemcar-Team der TU Clausthal -
 Sieger des Wettberwerbs von 2007

Team-Claustal-2

  Impressionen des Chemcar-Wettbewerbs 2007

  Auto-Claustal-2


Impressionen des Chemcar-Wettbewerbs 2007

ChemCar-Aufbau-13

 

  Impressionen des Chemcar-Wettbewerbs 2007
 
  ChemCar-Rennen-3
Impressionen des Chemcar-Wettbewerbs 2007

ChemCar-Truppe alle Teilnehmer-1
  Impressionen des Chemcar-Wettbewerbs 2007
 
  ChemCar-Rennen-11
Impressionen des Chemcar-Wettbewerbs 2007

ChemCar-Rennen-57

Impressionen des Chemcar-Wettbewerbs 2007 

 ChemCar-Rennen-40

 


Kurzvorstellung der teilnehmenden Teams:

Team Greenhound – ChemCar-Team der RWTH Aachen
Normann Lahann, Daniela Bross, Carolin Goebels, Pamela Wenk, Philipp Comanns, Torben Schmitz
Die Grundidee dieses Konzeptes ist eine moderne Interpretation eines der Meilensteine der Elektrochemie, der Galvanischen Zelle. Als bioverfahrenstechnisches Team kombiniert das Team Greenhound sie mit einer biochemischen Reaktion für den Antrieb. Im Gegensatz zur klassischen Galvanischen Zelle wird hier kein Elektrolyt vorgelegt, sondern in einer enzymatischen Reaktion erzeugt. Damit wird das klassische Prinzip mit einer neuen, innovativen Idee kombiniert, die zugleich in hohem Maße umweltfreundlich ist.
Bei der hier eingesetzten biochemischen Reaktion handelt es sich um die enzymatische Umsetzung eines Speiseöles durch eine Lipase. Diese Art der Antriebsquelle bietet also die Perspektive eines pflanzlichen, nicht-fossilen Brennstoffes mit CO2-Neutralität, d. h. das globale CO2-Gleichgewicht würde durch den hier ausgewählten Prozess nicht verändert.
Dieses ChemCar kann fast ausschließlich mit haushaltsüblichen Produkten und Chemikalien betrieben werden. Der Teamname Greenhound leitet sich vom weltgrößten Omnibusunternehmen "Greyhound" ab. Gleichzeitig steht er für ein umweltbewusstes und ökologisches Fahrzeugkonzept.

CurrentCarBerlin – ChemCar-Team der TU Berlin
Tobias Reier, Anne Bottin, Ulrike Schmücking, Jérome Bender, Sebastian Riethof, Max Bielig, André Schulz

Das Fahrzeug der TU Berlin ist mit einem elektrochemischen Antrieb ausgestattet. Mit Hilfe einer Galvanischen Zelle wird zwischen zwei Elektroden ein Gleichstrom erzeugt, mit dem ein handelsüblicher Gleichstrommotor angetrieben wird.

Um die notwendige Betriebsspannung zu erzeugen, werden mehrere Elektrodenpaare in Reihe geschaltet. Das im Motor erzeugte Drehmoment wird mit einer Übersetzung auf die Antriebsachse übertragen. Die zurückgelegte Strecke wird durch eine chemische Reaktion reguliert. Durch die Zudosierung eines Substrats werden die Ionen in der Lösung gebunden und damit der Stromfluss soweit herabgesetzt, dass das Chemcar anhält.

 

MyBeck II – ChemCar-Team der TU Chemnitz
Alexander Schade, Thomas Weißbach, Mario Possiwan, Thomas Ebert

Die meisten der heutigen Fahrzeuge bewegen sich mit Hilfe von Verbrennungsmotoren fort. Die dabei entstehende Abwärme stellt eine Energiequelle dar, die bisher aber kaum genutzt wird.
Das Team MyBeckII simuliert die Abwärme eines Verbrennungsmotors mit Hilfe eines Mikrostrukturreaktors, in dem Schwefelsäure mit Ammoniaklösung neutralisiert wird. An der Außenseite sind Seebeck-Elemente angebracht, die aus dem Temperaturgradienten zwischen Reaktor und Kühlkörper Strom erzeugen.


Roadrunner – Chemcar-Team der TU Clausthal
Sebastian Stenger, Yasin Cengiz Celik

Das Fahrzeug des Clausthaler Teams wird mit einer elektrochemischen Reaktion angetrieben. Als Energiequelle dient eine Magnesium/Luft-Batterie, die den Luftsauerstoff an einer Gasdiffusionselektrode katalytisch reduziert. Durch Hintereinanderschaltung mehrerer Zellen wird eine Spannung von etwa 2 V erzeugt. Sie wird mit Hilfe eines Spannungswandlers transformiert, damit ein Elektromotor angetrieben werden kann.

Durch eine weitere elektrochemische Reaktion wird das Fahrzeug angehalten. Dabei wirkt eine Ag/Au-Zelle als „chemisches Gedächtnis". Als Elektrolyt dient eine Silberphosphat-Lösung. Zunächst wird eine definierte Menge Silber, die der Strecke proportional entspricht, an einem Gold-Draht abgeschieden. Dafür muss die Strecke in einem Vorversuch einmal abgefahren werden.

Während der Wettbewerbsfahrt wird dann diese definierte Silbermenge aufgelöst. Wenn sie verbraucht ist, kommt es durch die danach einsetzende Wasserelektrolyse zu einem Potentialsprung. Mit diesem Signal wird das Fahrzeug angehalten.

S.O.S - Spirit of Sugar – Chemcar-Team der TU Graz / A
Dieter Woisetschläger, Florian Irschara, Daniel Kahr, Thomas Knauss, Christian Pramstaller, Gerhard Spruk

Als Energiequelle dieses ChemCar wird der Energydrink Red Bull als Treibstoff eingesetzt. Hintergrund der Funktionsweise ist eine elektrochemische Reaktion (enzymatische Oxidation der Glucose bzw. Saccharose), die in einer selbstgebauten Zelle stattfindet.
Um einen möglichst hohen Ionenaustausch in der Zelle zu erzielen, werden spezielle Membranen und Elektroden verwendet. Durch die Potentialdifferenz wird der Elektromotor des Fahrzeugs angetrieben.

Tamachrito – ChemCar-Team der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Tobias Heidig, Tanja Buch, Martin Behrendt, Christine Weinzierl

Das ChemCar der Universität Magdeburg wird mit Wasserstoff angetrieben. Dieser wird durch die Reaktion von Magnesium mit Wasser erzeugt. Dadurch entseht ein Überdruck, der eine Turbine antreibt. Die Drehbewegung des Turbinenrades wird durch ein Magnetpaar auf die Antriebsachse übertragen.

Um die geforderte Strecke mit möglichst niedrigem Energieaufwand zurückzulegen, ist dieses ChemCar in spezieller Leichtbauweise konstruiert worden. Durch das geringe Gewicht und die dadurch kleineren Reibungskräfte kann die erforderliche Wegstrecke genau eingestellt werden.

 

 

 

Die DECHEMA (Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.) ist eine gemeinnützige wissenschaftlich-technische Gesellschaft mit Sitz in Franfurt/Main. Mehr als 5.500 Naturwissenschaftler, Ingenieure und Firmen, Organisationen und Institute gehören ihr heute als Mitglieder an. Ihr Ziel ist es, den technischen Fortschritt auf den Gebieten Chemische Technik, Biotechnologie und Umweltschutz zu fördern und mitzugestalten. Mit ihren vielfältigen Aufgaben ist die DECHEMA Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit.

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