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16.10.2008

Sieg für den Harzer „Roadrunner“: TU Clausthal verteidigt Titel beim dritten ChemCar-Wettbewerb

Die TU Clausthal hat beim dritten ChemCar-Wettbewerb am 08. Oktober 2008 anlässlich der ProcessNet-Jahrestagung in Karlsruhe ihren Titel verteidigt. Der „Roadrunner“ von Sebastian Stenger und Yasin Celik legte die vorgegebene Distanz vor mehreren hundert Zuschauern am genauesten zurück. Achim Noack, Vorsitzender der VDI-GVC, überreichte den Siegern einen Geldpreis von 2.000 Euro. Insgesamt waren sechs Teams in den Wettbewerb gegangen. Den zweiten Platz belegte das Team der TU Chemnitz vor den Bastlern der TU Berlin. Beim ChemCar-Wettbewerb geht es darum, mit einem selbstgebauten Fahrzeug, das nur über chemische Reaktionen betrieben wird, eine kurzfristig festgelegte Strecke möglichst genau zurückzulegen. Veranstaltet wird der Wettbewerb alljährlich von den „kjVIs“, den „kreativen jungen Verfahrensingenieuren“ im VDI, im Rahmen der ProcessNet-Jahrestagung.

Cnv0034 Spannung liegt in der Luft – dann jubelt das Publikum: Der „Roadrunner“ bleibt direkt an der Ziellinie stehen. Bis auf den Zentimeter genau hat das kleine silberne Gefährt mit den bunten Kabeln die vorgeschriebene Strecke abgefahren und ist ohne Eingriff von außen zum Halten gekommen. Die Tüftler aus dem Harz sind erleichtert: „Er ist etwas unberechenbar, aber wenn’s erstmal fährt, ist es gut“, kommentiert Teammitglied Sebastian Stenger. Dass das nicht trivial ist, belegt das vorzeitige Ausscheiden zweier Teams: Team „Tamachrito“ aus Magdeburg muss sein Fahrzeug zurückziehen, weil die Druckbehälter nicht dicht sind. „Das lässt sich korrigieren“, tröstet die Jury und schlägt vor, mit nach innen verlegten Dichtungsringen im nächsten Jahr noch einmal anzutreten. Das Team „Greenhound“ von der RWTH Aachen geht zwar an den Start, doch der missglückt – der speiseölbetriebene Motor säuft ab. Da tröstet es nur wenig, dass die Aachener bei der Bewertung der Poster klar vorne liegen, auf denen die Fahrzeuge vorgestellt werden. Den Gesamtsieg trägt schließlich der Clausthaler „Roadrunner“ davon, gefolgt vom „MyBeck II“ der TU Chemnitz, der das Publikum auch optisch begeistert; das Fahrzeug wird über Reaktionswärme betrieben, und dank der Lüftungsventilatoren vorne sieht man auch, dass innen „etwas passiert“. Dritter in der Gesamtwertung wird das „CurrentCar Berlin“, das ähnlich wie der „Roadrunner“ einen elektrochemischen Antrieb nutzt. Das Team „Spirit of Sugar“ von der TU Graz hat ein Fahrzeug gebastelt, dass einen bekannten Energy Drink als Treibstoff nutzt. Sie müssen sich mit der Zweitplatzierung ihres Posters trösten; – und natürlich mit der Erfahrung, die sie im Laufe des Projekts sammeln konnten. Seit Februar haben sie an dem Auto gebastelt, „in den letzten zwei Monaten sehr intensiv“. Sie sind durch einen Professor auf den Wettbewerb aufmerksam geworden; ihr Institut ist bereits zum dritten Mal vertreten. „So ein Projekt durchgeführt zu haben, ist sehr nützlich für das spätere Berufsleben“, sagen sie. So sehen es auch die Berliner, deren Team aus Chemikern und Verfahrenstechnikern sich erst während des Projekts kennen gelernt hat. Ihre Motivation: „Zu sehen, ob man das auf die Beine stellen kann“. Sie bestätigen, was die Organisatorin des Wettbewerbs, Donata Fries von den „kreativen jungen Verfahrensingenieuren“, sagt: „Hier kann man Dinge lernen, die sonst im Studium nicht vorkommen. Die Teilnehmer müssen erst einmal generell eine energieerzeugende Reaktion entwickeln, dann die Energiebilanz berechnen, und dann kommt die Konstruktion dazu.“ „Die eigenverantwortliche und fachübergreifende Arbeit fehlt sonst im Studium“, bestätigen auch die Berliner. Sie bekommen das Projekt für das Studium anerkannt; für die meisten anderen Teams ist die monatelange Arbeit ein zusätzliches Engagement neben dem Studienplan. Achim Noack richtet deshalb bei der Preisverleihung einen Appell an die anwesenden Professoren: „Bitte prüfen Sie, ob eine solche Anstrengung es nicht wert ist, als Projektarbeit zu gelten“ – damit auch im nächsten Jahr wieder viele exotische Fahrzeuge Rennatmosphäre auf die ProcessNet-Jahrestagung bringen.

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Der Aachener "Greenhound" bei der Vorbereitung
 Auch "Current Car Berlin" wird für den Start präpariert
 "My Beck II" aus Chemnitz fährt wärmegetrieben
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Unter der Haube den "Spirit of Sugar": Ein Energy Drink ist Treibstoff für das Fahrzeug aus Graz
Der Clausthaler "Roadrunner" auf seiner Siegesfahrt
Siegerehrung am Mittwochabend


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