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09.10.2009

Auf dem Weg zu künstlichem Leben – Konferenz „Synthetic Bio(techno)logy“ vom 9. bis 10. November 2009 in Frankfurt

Biologie wird zur Ingenieurwissenschaft – nicht weniger als diesen Paradigmenwechsel verkörpert die Synthetische Biologie. Neben neuartigen polymeren Biomolekülen wollen Forscher vollständige „Designer-Mikroben“ erschaffen, die beispielsweise pharmazeutische Wirkstoffe herstellen oder Wasserstoff erzeugen. Vom 9. bis 10. November 2009 diskutieren Wissenschaftler auf der Konferenz „Synthetic Bio(techno)logy“ im DECHEMA-Haus in Frankfurt die potenziellen Anwendungen dieses neuen Forschungszweigs und erörtern auch ethische, sicherheitsrelevante und rechtliche Gesichtspunkte. Um das Gespräch mit der Öffentlichkeit zu führen, laden die Veranstalter DECHEMA und acatech am Abend des 9. November alle Interessierten zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion ein.

Die Synthetische Biologie ist eine noch junge Wissenschaft, bei der es darum geht, biologische Strukturen vollständig neu aufzubauen – bis hin zu künstlichen Organismen, die für eine bestimmte Aufgabe optimiert sind, beispielsweise die Produktion pharmazeutischer Wirkstoffe, die hocheffiziente Photosynthese oder die Erzeugung von Wasserstoff. Die Vision der Bio-Ingenieure ist es, sogenannte „BioBricks“ herzustellen, die dann nur noch nach dem Baukastenprinzip beliebig miteinander kombiniert werden müssen. Durch dieses „plug and play“-Verfahren ließen sich schnell Zellen mit maßgeschneiderten Stoffwechselwegen erzeugen. Weiteres Ziel ist ein besseres Verständnis von Lebensprozessen („Was ist die minimale Ausstattung an Genen, die eine Zelle zum Überleben braucht?“).

Europäische und US-amerikanische Wissenschaftler werden bei der Konferenz einen Einblick in die aktuellen Forschungsaktivitäten geben und erläutern, welche stehenden technologischen Durchbrüche dahinter stehen. Die Vielfalt der Themen ist beeindruckend: künstliche genetische Codes, Genome und Zellen, synthetische DNA-Maschinen, selbst-replizierende RNA, rational konstruierte Gene und genetische Schaltkreise. Auch bereits absehbare praktische Anwendungen sind im Programm: neuartige Biokatalysatoren und gezielt steuerbare Genexpression ebenso wie zelluläre Systeme zur Wirkstofftestung und Ansätze zur Bekämpfung von Schadinsekten, die gezielte Modifikationen von biologischen Kommunikationsnetzwerken nutzen.

Sicherheitsfragen von Anfang an diskutiert

Vorträge und Workshops rund um den Themenblock Biosafety und Biosecurity sollen die Teilnehmer für die potenziellen Gefahren der Synthetischen Biologie sensibilisieren. Schließlich ließen sich mit Hilfe geeigneter Bio-Bausteine nicht nur nützliche Organismen erzeugen. Und auch die Konsequenzen, die eine versehentliche Freisetzung künstlicher Bakterien für die Umwelt hätte, müssen berücksichtigt werden.

Öffentliche Podiumsdiskussion zur Synthetischen Biologie am 9. November

Am Montag, den 9. November 2009 sind ab 20.00 Uhr alle Interessierten zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion ins DECHEMA-Haus eingeladen. Dort diskutieren PD Dr. Nediljko Budisa (Max-Planck-Institut für Biochemie, Martinsried), Dr. Oskar Zelder (BASF SE, Ludwigshafen) und Prof. Dr. Dr. h.c. Volker Mosbrugger (Senckenberg Museum, Frankfurt/Main) über die Potenziale und Gefahren der neuartigen Designer-Mikroorganismen. Moderiert wird das Gespräch von Joachim Müller-Jung von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Diskutiert wird in deutscher Sprache. Der Eintritt ist frei.



Die DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. ist eine gemeinnützige wissenschaftlich-technische Gesellschaft mit Sitz in Frankfurt/Main. Mehr als 5.500 Naturwissenschaftler, Ingenieure und Firmen, Organisationen und Institute gehören ihr heute als Mitglieder an. Ihr Ziel ist es, den technischen Fortschritt auf den Gebieten Chemische Technik, Biotechnologie und Umweltschutz zu fördern und mitzugestalten. Mit ihren vielfältigen Aufgaben ist die DECHEMA Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Ausführliche Informationen unter www.dechema.de.

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