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07.05.2009

Hochschule von morgen – vom Reformstau zum Reformstress

Podiumsdiskussion, Messegelände, Forum, Ebene 0, Discussion Corner
Mittwoch, 13. Mai 2009, 11:00 bis 12:30 Uhr
                                                           Weitere Informationen und Fakten zum Diskussionsthema
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Nur knapp zwei Wochen nach dem diesjährigen Ministertreffen zur Überprüfung der Erreichung der in der Bologna-Erklärung gesteckten Ziele, das vom 28. bis 29. April in Belgien stattfindet, diskutieren auf der ACHEMA:

Prof. Dr. Detlef Löhe,
Prorektor für Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Karlsruhe

Dr. Jochen Rudolph,
Science Relations & Innovation Management, BASF SE, Ludwigshafen

Prof. Dr. Joachim Treusch,
Präsident der Jacobs Universität Bremen

Dr. Christian D. Uhlhorn,
Abteilungsleiter Wissenschaftssystem im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Berlin

Dr. Willi Meier (Moderation),
Fachreferent ProcessNet Fachgemeinschaft Bildung & Innovation, DECHEMA e.V., Frankfurt

Zehn Jahre nach dem Start des Bologna-Prozesses hat sich an den deutschen Hoch-schulen einiges geändert. Zum Wintersemester 2008/2009 waren rund drei Viertel der 12.300 Studiengänge auf das neue, zweistufige Bachelor/Master-System umgestellt. Zu den weiteren Veränderungen auf dem Weg zur Schaffung eines „europäischen Hochschulraums“ bis 2010 gehören u. a. die Qualitätssicherung der Studiengänge und die Anerkennung von Studienleistungen und Abschlüssen aus den übrigen 45 Mit-gliedsstaaten des europäischen Hochschulraums. Damit soll das Hauptziel des Bolog-na-Prozesses, die Erhöhung der Mobilität in Europa, gewährleistet werden.

Die deutschen Hochschulen ziehen in diesem Prozess bereitwillig mit. Allerdings er-zeugt der zum Teil radikale Wechsel der Studienstrukturen auch Reformstress bei den Studierenden, aber vor allem bei den Universitätsangehörigen. Diese sind es schließ-lich, die die Modernisierung der Studieninhalte und die veränderten Strukturen ausar-beiten müssen. Auch die Akkreditierung eines neuen Studiengangs ist gewöhnlich mit sehr hohem Aufwand verbunden.

Obwohl der Wechsel zum neuen zweistufigen Bachelor/Master-System bereits zum größten Teil vollzogen ist, reißen die kritischen Stimmen nicht ab. Studierendenvertre-ter kritisieren die fachliche Überfrachtung der Studiengänge. Auch Studienleistungen aus dem Ausland werden oft nicht so einfach anerkannt, wie es ursprünglich gedacht war. Sogar innerhalb Deutschlands bringt die unterschiedliche Gestaltung der Bache-lor-Studiengänge Schwierigkeiten mit sich: Die zunehmende Profilbildung der Hoch-schulen führt zu unterschiedlichen Inhalten und abweichenden Semesterzahlen. So können Studierende häufig nur unter Inkaufnahme verlängerter Studienzeiten die Hochschule wechseln.

Trotz allem hat der Bologna-Prozess wichtige Strukturreformen in Deutschland ange-stoßen. Die Art und Weise der Umsetzung ist jedoch umstritten.

Zu den Teilnehmern:
Prof. Dr. Detlef Löhe studierte Maschinenbau an der Universität Karlsruhe. Seit 2003 ist er Mitglied des Senats der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und seit 2005 Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde (DGM). Seit Oktober 2008 ist er Prorek-tor für Forschung am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Dr. Jochen Rudolph ist bei der BASF SE in Ludwigshafen zuständig für den Bereich Science Relations and Innovation Management. Gleichzeitig ist er Vorsitzender der ProcessNet Fach-gemeinschaft Bildung und Innovation, stellvertretender Vorsitzender der Forschungsgesellschaft Verfahrenstechnik e. V. (GVT) und Vorstandsmitglied der Europäischen Föderation für Chemie-Ingenieur-Wesen (EFCE).

Prof. Dr. Joachim Treusch ist Präsident der Jacobs Universität Bremen. Von 1990 bis 2006 war er Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich. Unter anderem war er von 1993 bis 1997 Vorsitzender der Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren, 1995 bis 1998 Mitglied im Technologierat des Bundeskanzlers und ist seit 2000 Mitglied des Senats der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina.

Dr. Christian D. Uhlhorn ist Abteilungsleiter Wissenschaftssystem im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Berlin, Mitglied des Kuratoriums des Max-Planck-Instituts für Kernphysik in Heidelberg, Mitglied der Senatskommission der Helmholtz-Gemeinschaft und Kuratoriumsmitglied des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie in Bonn.

Der Moderator Dr. Willi Meier ist Diplom-Wirtschaftschemiker, Mitarbeiter der DECHEMA e. V. in Frankfurt und Fachreferent der ProcessNet Fachgemeinschaft Bildung und Innovation.


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