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24.09.2009

Dialog der Disziplinen: ProcessNet und Biotechnologen tagten gemeinsam

Der Dialog zwischen Verfahrenstechnik und Biotechnologie stand im Mittelpunkt der dritten ProcessNet-Jahrestagung und der 27. Jahrestagung der Biotechnologen, die vom 7.-10. September 2009 in Mannheim stattfanden. Bewusst waren bei der Planung der beiden Veranstaltungen die großen Schnittmengen zwischen Verfahrenstechnik und Biotechnologie berücksichtigt worden; mehrere gemeinsame Vortragsstränge sowie Plenar- und Übersichtsvorträge beleuchteten Themen wie die Nutzung nachwachsender Rohstoffe, aber auch die Aufarbeitung von Bioproduktenl, aus beiden Perspektiven und boten die Grundlage für den Austausch zwischen den Disziplinen. Mehr als 1.500 Teilnehmer informierten sich in über 330 Vorträgen, an 300 Postern und in der begleitenden Firmenausstellung über die neuesten Erkenntnisse aus Forschung und Praxis.
 
Nachwachsende Rohstoffe und Ausbildung als wichtige Themen

 
Die Nutzung nachwachsender Rohstoffe war eines der wesentlichen Themen auf der Jahrestagung. In seinem einführenden Plenarvortrag verglich Professor Hartmut Michel vom MPI für Biophysik in Frankfurt die Leistungsfähigkeit der Photosynthese zum „Einsammeln“ von Solarenergie mit der von heutigen Solarzellen auf Siliziumbasis. Sein Fazit: Die Nutzung von Biomasse zur Energieerzeugung ist im Vergleich ineffizient. In der anschließenden Pressekonferenz differenzierte sich das Bild weiter aus. Während ein Anbau von Energiepflanzen speziell für die energetische Nutzung als wenig sinnvoll erachtet wurde, plädierten die Experten für die Nutzung von pflanzlichen Reststoffen für die Energiegewinnung. Vor allem aber sollten nachwachsende Ressourcen stärker für die stoffliche Nutzung herangezogen werden. Die Podiumsteilnehmer warnten zwar vor zuviel Euphorie mit Blick auf das Konzept der Bioraffinerien; hier bestehe noch viel Entwicklungsbedarf. Dennoch böten pflanzliche Ressourcen große Chancen bei der Herstellung komplexer Moleküle.

Ein weiteres wichtiges Thema sowohl in der Pressekonferenz wie in den Vortragssälen war die Ausbildung des Nachwuchses in den technischen und naturwissenschaftlichen Fächern. Einhellig warnten Vertreter von Hochschulen und aus der Industrie vor der Unübersichtlichkeit, die durch die Ausdifferenzierung der Studiengänge im Rahmen des Bologna-Prozesses entstanden sei. Die DECHEMA-Fachgemeinschaft Biotechnologie plant, im nächsten Jahr die Studienlandschaft zu kartieren und eine Übersicht über die biotechnologischen Studiengänge und ihre Inhalte zu veröffentlichen, um Studienanfängern und Arbeitgebern den Überblick zu erleichtern.

Neben den Querschnittsthemen, bei denen sich Verfahrenstechniker und Biotechnologen zum fachübergreifenden Austausch begegneten, gab es auch ein breites Angebot an Vorträgen zu fachspezifischen Fragestellungen, von der Anlagenplanung , der Fluiddynamik und Partikeltechnik bis zur Sicherheitstechnik bei ProcessNet und vom Einsatz von Disposables in der biotechnologischen Produktion über die individualisierte Medizin bis zu Enzymtechnologien.
 
Karriereplanung und Herausforderungen für den Nachwuchs

Für Studierende und Doktoranden hatten die kreativen jungen Verfahrensingenieure (kjVIs) wieder ein umfassendes Programm mit dem SChwerpunkt „Karriere- und Berufsberatung“ zusammengestellt. Ihr Können konnten die Nachwuchswissenschaftler beim 4. ChemCar-Wettbewerb unter Beweis stellen. Den Sieg sicherte sich das Team der TU Dortmund mit einem Fahrzeug, das mit Hilfe einer Tesla-Turbine in Bewegung gesetzt wurde.

Auszeichnungen für verdiente Verfahrenstechniker

Die Eröffnungssitzung der Jahrestagungen bot auch diesmal den festlichen Rahmen für mehrere Ehrungen. Die Emil-Kirschbaum-Medaille erhielt Prof. Dr.-Ing. Gerd Maurer, TU Kaiserslautern, für seine grundlegenden, umfassenden Arbeiten auf dem Gebiet der Mischphasen-Thermodynamik und der Modellierung von Elektrolytlösungen.
Mit der Gerhard-Damköhler-Medaille wurde Prof. Dr. Peter Zehner (vormals BASF SE) für die beispielhafte Anwendung reaktions- und strömungstechnischer Grundlagen bei der Entwicklung von neuartigen chemischen Reaktoren für eine Vielzahl industrieller Prozesse geehrt.
Die Hans-Rumpf-Medaille wurde an Prof. Dr.-Ing. Karl Sommer, TU München, verliehen für seine wegweisenden Arbeiten auf dem Gebiet des Mischens und Agglomerierens von Partikelsystemen und der Anwendung dieser Methoden in der Lebensmitteltechnologie.
Die drei Medaillen werden seit 1991 – bis zur Gründung von ProcessNet durch die DVCV - im Dreijahresturnus vergeben  und sind nach den Pionieren der chemischen, thermischen und mechanischen Verfahrenstechnik benannt.

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54/2009

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