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26.09.2006

Verleihung der DVCV-Medaillen 2006: Würdigung herausragender Verfahrenstechniker

Anlässlich der GVC/DECHEMA-Jahrestagungen 2006, die vom 26. bis 28. September in den Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden stattfinden, werden die Gerhard Damköhler-Medaille, die Emil Kirschbaum-Medaille und die Hans Rumpf-Medaille verliehen. Sie wurden 1991 von der Deutschen Vereinigung für Chemie- und Verfahrenstechnik (DVCV) gestiftet und sind nach den Pionieren auf den Gebieten der chemischen, thermischen bzw. mechanischen Verfahrenstechnik benannt. Die Auszeichnungen werden in diesem Jahr zum sechsten Mal vergeben. Die Verleihungen finden im Rahmen der Eröffnung der Jahrestagungen am 26. September um 9.00 Uhr in den Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden statt.

 

Gerhard Damköhler-Medaille für Professor Harmon W. Ray, Wisconsin/USA

Prof. Harmon W. Ray von der Universität Wisconsin, USA, wird für sein Lebenswerk im Bereich Polymer Reaction Engineering ausgezeichnet. Er ist einer der Mitbegründer dieses Arbeitsgebietes und hat es über 30 Jahre entscheidend mitgeprägt. Seine Arbeiten bilden die Grundlage für die Auslegung und Konstruktion von Reaktoren für die unterschiedlichsten Polymerisations-prozesse.

Harmon W. Ray (Jahrgang 1940) promovierte 1966 an der Universität von Minnesota. Von 1966 bis 1970 war er Mitglied der Universität von Waterloo / Kanada sowie der staatlichen Universität New York in Buffalo von 1970 bis 1976. Außerdem hatte er Gastprofessuren an der Cornell Universität und der Universität von Minnesota / USA, der Technischen Universität in Stuttgart, der Reichsuniversität in Gent und der Universität in Leuven / Belgien inne. 1983 gründete er das University of Wisconsin Polymerization Reaction Engineering Laboratory. Dieses hat sich als wichtige Plattform für den Wissensaustausch zwischen Industrie und Academia etabliert. Seit 2003 ist er emeritierter Professor der Universität Wisconsin.

Mit der Gerhard Damköhler-Medaille werden Arbeiten ausgezeichnet, die zur Vertiefung und Erweiterung der Grundlagen der chemischen Verfahrenstechnik oder zu einer beispielhaften Anwendung in der industriellen Praxis geführt haben.

 

Emil Kirschbaum-Medaille für Dr.-Ing. Ralf Goedecke, Hanau

Dr.-Ing. Ralf Goedecke von der Degussa AG in Hanau erhält diese Auszeichnung für seine Verdienste um die Weiterentwicklung der thermischen Trenntechniken. Er hat zahlreiche Kooperationsprojekte initiiert und geleitet, die international große Beachtung fanden und zur Anwendung innovativer Technologien wie beispielsweise der Reaktivrektifikation oder Hybridtransverfahren in der industriellen Praxis geführt haben.

Ralf Goedecke (Jahrgang 1944) promovierte 1975 am Institut für Technische Chemie in Hannover und startete seine berufliche Laufbahn als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Verfahrenstechnik Chemie bei der Degussa AG. 1978 wurde er dort Betriebsleiter im Bereich Forschung und Entwicklung, 1982 Abteilungsleiter für Thermische Verfahrenstechnik und 1994 Hauptabteilungsleiter. Er etablierte eine Gruppe zur Prozesssimulation und Modellierung von kompletten Chemieanlagen und war Projektverantwortlicher für eine Großanlage in Mobile / USA. Von 1999 bis zu seiner Pensionierung Anfang 2006 zeichnete er für die Fluidverfahrenstechnik bei der Degussa AG am Standort Marl und in Hanau verantwortlich.

Dr. Goedecke war über viele Jahre leitend in der GVT aktiv und hat zahlreiche Projekte der Forschungsförderung mit Hochschulen angestoßen: seit 1997 leitete er den GVT-Schwerpunktarbeitskreis Wärme- und Stoffübertragung/ Thermische Verfahrenstechnik und von 1997 bis 2003 war er Vorsitzender des GVC-Fachausschusses Thermische Zerlegung von Gas- und Flüssigkeits-gemischen.

Die Emil Kirschbaum-Medaille wird für Arbeiten verliehen, die zur Vertiefung und Erweiterung der Grundlagen der thermischen Verfahrenstechnik oder deren beispielhafter Anwendung in der industriellen Praxis geführt haben. Besonders berücksichtigt werden dabei Arbeiten, die sich mit richtungweisenden experimentellen Untersuchungen, beispielhafter Modellbildung oder theoretischer Entwicklung auf dem Gebiet der Maßstabsvergrößerung beschäftigen.

 

Hans Rumpf-Medaille für Professor Helmar Schubert, Karlsruhe

Prof. Dr.-Ing. Helmar Schubert wird für seine Verdienste um die Weiterentwicklung der Mechanischen Verfahrenstechnik und deren Einführung in die Lebensmittelverfahrenstechnik geehrt. Seine Arbeiten haben maßgeblich zum tieferen Verständnis der Emulgierprozesse beigetragen. Damit wurde eine wesentlich bessere Voraussage der Produkteigenschaften formulierter Emulsionen unter Berücksichtigung der Prozessparameter und der Mikrostruktur ermöglicht.

Helmar Schubert (Jahrgang 1939) studierte Maschinenbau und Verfahrens-technik in Berlin und Karlsruhe und promovierte 1972 im Bereich Chemieingenieurwesen an der Universität Karlsruhe (TH). 1981 habilitierte er sich dort an der Fakultät für Chemieingenieurwesen. Von 1977 bis 1991 war er Leiter des Instituts für Verfahrenstechnik der Bundesforschungsanstalt für Ernährung in Karlsruhe, von 1982 bis 1984 Leiter der Bundesforschungsanstalt für Ernährung, von 1983 bis 1986 Vizepräsident bzw. gewählter Präsident des Senats der Bundesforschungsanstalten im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. Seit 1986 bis zu seinem Ruhestand im April 2004 hatte er den Lehrstuhl für Lebensmittelverfahrenstechnik inne und war Leiter des gleichnamigen Instituts der Universität Karlsruhe (TH).

Professor Schubert war langjähriges Vorstandsmitglied und von 2001 bis 2004 Vorsitzender des Vorstands der GVC (VDI-Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen) und von 2002 bis 2004 auch stellvertretender Vorsitzender der DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. Über viele Jahre leitete er den GVC-Fachausschuss „Lebensmittelverfahrenstechnik“ und war Mitglied der Fachausschüsse „Grenzflächen“ sowie „Agglomerisation- und Schüttguttechnik“. Seit 2001 ist er Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und Mitglied der International Academy of Food Science and Technology. Helmar Schubert ist Delegierter und Gründungsmitglied der International Association for Engineering and Food (IAEF) und seit 2004 Vorsitzender der European Federation of Chemical Engineering (EFCE) Section on Food.

Mit der Hans Rumpf-Medaille werden Arbeiten gewürdigt, die zur Vertiefung und Erweiterung der Grundlagen der Mechanischen Verfahrenstechnik oder ihrer beispielhaften Anwendung in der industriellen Praxis geführt haben. Dabei werden die Arbeiten besonders berücksichtigt, die sich mit richtungweisenden experimentellen Untersuchungen, beispielhafter Modellbildung oder theoretischer Entwicklung auf dem Gebiet der Maßstabsvergrößerung beschäftigen.

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