Aachener Erklärung: Empfehlungen zur Struktur von wissenschaftlichen Studiengängen

Mit der Immatrikulation von Studienanfängern übernimmt eine Hochschule die Verantwortung für deren fundierte berufsqualifizierende Ausbildung. Der Bologna-Prozess hat eine vielfältige Neustrukturierung der Studiengänge in Deutschland ausgelöst. Die Ausbildungslandschaft ist zurzeit extrem heterogen und von vielen Insellösungen geprägt, Lehrinhalte und Studienaufbau divergieren stark. Um der Ausbildungsverpflichtung auch weiterhin nachkommen zu können, ist eine Harmonisierung dringend nötig. Basierend auf der Bologna-Erklärung haben die Hochschullehrer der biotechnologischen Fächer bereits Vorschläge zu den Lehrinhalten (siehe Positionspapier Empfehlungen zur Ausbildung in der Biotechnologie) erarbeitet und vor diesem Hintergrund folgende Grundsätze für die Struktur von wissenschaftlichen Studiengängen formuliert:

1.)
Der Regelabschluss an einer wissenschaftlichen Hochschule für ein naturwissenschaftliches oder ingenieurwissenschaftliches Studium ist das Diplom und/oder der Master. Die Regelstudienzeit für ein solches Studium beträgt 10 Semester.
2.)
Die Studiengänge sind modularisiert aufgebaut. Es muss gewährleistet sein, dass modulübergreifendes Lernen und Verstehen auch über größere Zeiträume als zwei Semester möglich ist.
3.)
Die Curricula werden eigenverantwortlich von den Fachbereichen/Fakultäten der jeweiligen Hochschule unter Beachtung des Stands der Wissenschaft und Forschung festgelegt. Die Einbindung von Fachleuten aus der Wirtschaft ist zu empfehlen. Durch hochschulinterne Qualitätssicherungsmaßnahmen werden die Studierbarkeit und die Berufsqualifizierung gewährleistet.
4.)
Ein Ausscheiden aus dem 10-semestrigen Studium mit einem Bachelorgrad ist nach Erreichen eines Leistungsstands von 180 bzw. 210 ECTS möglich. Der Bachelorabschluss berechtigt auf Basis der jeweiligen Zulassungsverfahren der Hochschulen zur Aufnahme in andere Diplom- oder Masterstudiengänge.


Aachen, 21. September 2010

 

 

 


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