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18.01.2017

Zum Jubiläum gleich doppelt: Alwin-Mittasch-Preis 2017 geht nach Großbritannien und China

2017 werden gleich zwei Wissenschaftler mit dem Alwin-Mittasch-Preis ausgezeichnet. Die renommierte Ehrung geht zu gleichen Teilen an Professor Dr. David Cole-Hamilton, University of St. Andrews/UK, für seine wegweisenden Forschungen zum Verständnis und der industriellen Anwendung der molekularen Katalyse, und an Professor Dr. Xinhe Bao, Dalian Institute of Chemical Physics, China, für seinen Beitrag zur Entwicklung neuer Katalysekonzepte für die Methan- und Syngas-Umwandlung.

Mit dem Alwin-Mittasch-Preis werden herausragende Arbeiten ausgezeichnet, die zur Vertiefung oder zur Erweiterung der Grundlagen der Katalyse und ihrer beispielhaften Anwendung in der industriellen Praxis geführt haben. Der Preis wird von der Deutschen Gesellschaft für Katalyse (GeCatS) und der DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. verliehen. Er ist mit 10.000 Euro dotiert und wird von der BASF SE gestiftet. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen des 50. Jahrestreffens Deutscher Katalytiker am 16. März 2017 in Weimar.

David Cole-Hamilton forscht seit über 35 Jahren auf dem Gebiet der Organometall- und der homogenen Katalyse. Vor allem zur Entwicklung von selektiven Carbonylierungsreaktionen und Multiphasenreaktionen hat er zahlreiche Arbeiten veröffentlicht. Dabei legt er großen Wert auf die industrielle Anwendbarkeit seiner Ergebnisse, was sich in zahlreichen Patenten niedergeschlagen hat. Sein besonderes Augenmerk gilt dem Einsatz neuartiger Lösungsmittel wie superkritischer oder ionischer Flüssigkeiten und den Zweiphasenreaktionen mit einer wässrigen Phase. Da die Rückgewinnung der Katalysatoren in seinen Reaktionssystemen eine wesentliche Rolle spielt, hat er gleichzeitig Fortschritte im Bereich der nachhaltigen Chemie möglich gemacht. 

Xinhe Bao gehört zu den international renommiertesten Forschern im Bereich der heterogenen Katalyse. Sein besonderes Augenmerk gilt der Aufklärung und Entwicklung von katalytischen Umsetzungen mit Hilfe von nanoporösen Materialen. Basierend auf mechanistischen Untersuchungen entwickelte er Konzepte vor allem für die Umwandlung von Methan und Syngas zu höherwertigen Chemikalien wie Aromaten oder – der von manchen als „heiliger Gral der Katalyse“ bezeichneten- Konversion von Methan zu Olefinen. Zahlreiche Patente und Industriekooperationen belegen die praktische Relevanz seiner Forschungsarbeiten.

David Cole-Hamilton, Jahrgang 1948, studierte Chemie an der Universität Edinburgh, wo er auch promovierte. Nach einem Post-Doc-Aufenthalt am Imperial College in London lehrte er an der Universität Liverpool. 1985 wechselte er als Irvine-Professor für Chemie an die Universität St. Andrews. 2015 wurde er emeritiert. Seine Arbeiten wurden in fast 400 Publikationen und Patenten veröffentlicht. Die Liste der wissenschaftlichen Auszeichnungen für David Cole-Hamilton reicht vom Museums and Galleries Commission Award for Innovation in Conservation  über den BP Chemicals Prize for best teacher in the Honours Classes zu zahlreichen eingeladenen Ehrenvorträgen; zusätzlich hatte er viele nationale und internationale Ehrenämter inne.

Xinhe Bao studierte Chemie an der Fudan University und promovierte dort im Jahr 1987. Von 1989 bis 1991 war er Alexander-von Humboldt-Research-Fellow am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft, wo er bis 1995 als Gastwissenschaftler tätig war. Nach seiner Rückkehr nach China übernahm er eine Professur am Dalian Institute of Chemical Physics. Von 2000 bis 2007 war er zudem dessen Direktor. Seit 2015 ist er Executive Vice President der Fudan University. Xinhe Bao hat mehr als 600 wissenschaftliche Artikel veröffentlicht und zahlreiche Ehrungen und Auszeichnungen erhalten. Er hat zahlreiche ehrenamtliche Aufgaben wahrgenommen; aktuell ist er Präsident der chinesischen Gesellschaft für Katalyse.

Die Deutsche Gesellschaft für Katalyse (German Catalysis Society GeCatS) ist die Plattform für die gesamte deutsche Katalyse-Community im Bereich Forschung und Anwendung. Sie hat etwa 1100 Mitglieder aus Industrie und Akademia. Die Deutsche Gesellschaft für Katalyse wird getragen von DECHEMA, VDI-GVC, GDCh, DGMK und DBG.

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