Hundert Jahre DECHEMA lassen sich auf viele Arten erzählen: als Abfolge von Ereignissen, als Geschichte großer Persönlichkeiten, als Chronik technischer Durchbrüche oder als Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen. Wir erzählen, wie die DECHEMA zu dem geworden ist, was sie heute ist – Plattform, Impulsgeberin und verlässliche Partnerin von Wissenschaft, Industrie und Politik.
Von Beginn an war die DECHEMA mehr als eine Fachgesellschaft. Sie entstand aus der Vision Max Buchners, Chemiker und Ingenieure zu einer „fruchtbringenden Arbeit“ zu verbinden – zu einer Zeit, in der beide Disziplinen noch strikt voneinander getrennt waren. Diese Idee prägt unsere Arbeit und unser Selbstverständnis bis heute.
Die Geschichte der DECHEMA ist eng mit der deutschen Geschichte und der Entwicklung der Industrie sowie ihrer Rahmenbedingungen verwoben. Sie führte durch Zeiten des Aufbruchs und der Innovationen, durch wirtschaftliche Krisen und politische Umbrüche – auch durch die Jahre der nationalsozialistischen Diktatur. Diese Zeit gehört zu unserer Geschichte. Wir verurteilen das NS-Unrecht und stellen uns der historischen Verantwortung, die sich aus Verstrickungen und Anpassungen von Institutionen und Akteuren jener Zeit ergibt. Dies geschieht nicht, um Vergangenes nachträglich zu relativieren oder uns zu entlasten. Die Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit hilft uns, heutige Entscheidungen bewusster und im Einklang mit unseren ethischen Grundsätzen zu treffen und Verantwortung für den Umgang mit Wissenschaft und Technik zu übernehmen.
Nach Krieg und Zerstörung folgten Wiederaufbau, Phasen rasanten Wachstums ebenso wie Zeiten des Zweifelns und der Neuausrichtung. In all diesen Jahrzehnten reagierte die DECHEMA auf neue Herausforderungen, setzte Impulse und schuf Räume für Austausch, Forschung und Kooperation.
Diese Chronik lädt dazu ein, die DECHEMA nicht nur als Institution zu betrachten, sondern als lebendiges Netzwerk von Menschen, Expertise und Projekten. Sie zeigt, wie aus einer Vision eine tragfähige Struktur wurde, die über ein Jahrhundert hinweg Bestand hat – und sich im Bewusstsein ihrer Geschichte immer wieder neu erfindet.
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