Cookies

Presse-Information

Press release ¤ Information de presse

08.06.2026

Innovationstag Mittelstand: „SENT-GC-MOS“ präsentiert Mini-Labore für blitzschnelle Lebensmittelkontrolle

Ranzige Nüsse in der Schokolade, unbemerkter Schimmel in der Produktion: Qualitätsmängel sind für Lebensmittelhersteller ein enormes Risiko – von teuren Rückrufen bis zum Imageverlust. Bisherige Prüfmethoden sind oft langsam und teuer. Das Forschungsprojekt SENT-GC-MOS stellt auf dem Innovationstag Mittelstand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie am 11. Juni 2026 in Berlin eine wegweisende Lösung vor: Tragbare Gaschromatographie-Detektoren, die Lebensmittel vor Ort sekundenschnell und kostengünstig auf Verderb testen. 

Die Kooperation des Fraunhofer IVV und der Universität des Saarlandes hat ein Systementwicklungstool (SENT) entwickelt, das die einfache Realisierung miniaturisierter Gaschromatographie-Systeme ermöglicht. Das Ergebnis: „OxiVOC-GC“, ein handliches Analysegerät, das zwei zentrale Probleme löst:

  1. Früherkennung von Ranzigkeit: Es detektiert flüchtige organische Verbindungen (VOCs) aus Fettoxidation, noch bevor Menschen den ranzigen Geruch wahrnehmen.
  2. Differenzierung von Schimmelpilzbefall: Das Gerät erkennt Schimmel und unterscheidet ihn zuverlässig von Fettoxidation. 

Das System arbeitet dabei kontaktfrei, nutzt gereinigte Luft und liefert mithilfe hochempfindlicher Halbleitergassensoren sofort präzise Ergebnisse, was Vorteile für Industrie und Verbraucher mit sich bringt: Die Technologie sichert nicht nur die Lebensmittelqualität und reduziert Ausschuss, sondern steigert auch die Lebensmittelsicherheit für Endverbraucher. Die Erkenntnisse sind zudem auf weitere mobile VOC-Analysesysteme in anderen Branchen übertragbar, was Komponenten- und Messsystemherstellern neue Marktchancen eröffnet. 

Der Messtechniker Professor Andreas Schütze und sein Team an der Universität des Saarlandes sind Experten für Gassensorsysteme. "In diesem Fall haben wir ein kompaktes und kostengünstiges Sensorsystem entwickelt, das die Qualität von Nüssen und anderen Ölsaaten schnell und nachweislich zuverlässig bestimmt. Bislang waren solche technischen Laboranalysen wegen der hohen Anforderungen an Empfindlichkeit und Selektivität der Messsysteme aufwändig und teuer, so dass die Unternehmen bei der Qualitätsüberwachung im Wesentlichen auf die stichprobenartige Geruchsbewertung durch menschliche Experten angewiesen waren. Gerade kleine und mittlere Unternehmen können von dem neuen Gassensorsystem profitieren, um die Qualität ihrer Produkte durchgängig sicherzustellen und zugleich die Produktions- und Entwicklungskosten zu senken", erläutert Andreas Schütze. 

Dr. Tilman Sauerwald, Wissenschaftler am Fraunhofer IVV ergänzt: „Mit dem realisierten Demonstrator können Haselnüsse auf ihre Qualität untersucht und ihr Altern bestimmt werden und das alles ohne großen Zeitaufwand – ein großer Fortschritt für die Qualitätssicherung von Süßwarenherstellern. Der Clou an diesem Verfahren ist aber, dass wir es jederzeit für die verschiedensten Anwendungen weiterentwickeln können, zum Beispiel zur Testung der Frische von anderen Lebensmitteln oder der Qualität von recyceltem Kunststoff. Das ist ein echter Gamechanger für die Qualitätssicherung von Produkten jeglicher Art.“ 

Weitere Informationen

Ansprechpartner für die Medien:
Prof. Dr. Andreas Schütze ,  PD Dr. Tilman Sauerwald 


Über die beteiligten Forschungseinrichtungen

Das Forschungsprojekt wurde im Zeitraum von 2023 bis 2025 bearbeitet vom 

Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV

Das Fraunhofer IVV in Freising ist ein führendes Forschungsinstitut im Bereich der Entwicklung von Technologien und Prozessen für die Lebensmittelverarbeitung, Verpackung und Umwelttechnik. Die Abteilung Qualitätserhalt Lebensmittel konzentriert sich auf innovative Ansätze zur Sicherung und Verbesserung der Produktqualität und -haltbarkeit. 

Universität des Saarlandes, Lehrstuhl für Messtechnik

Der Lehrstuhl für Messtechnik an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken forscht an grundlegenden und angewandten Aspekten der Sensorik und Messtechnik. Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung miniaturisierter Gassensoren, chemischer Sensoren und der Systemintegration für anspruchsvolle analytische Aufgaben in Industrie und Forschung. 

Forschungsvereinigung DECHEMA

Seit ihrer Gründung 1926 ist die DECHEMA eine der führenden Organisationen in chemischer Technik, Verfahrenstechnik und Biotechnologie. Sie bündelt das Know-how von mehr als 5.000 Mitgliedern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik und trägt durch ihre Fachgremien, Projekte und Veranstaltungen entscheidend zum Fortschritt der Prozessindustrie bei. Im Rahmen des IGF-Programms engagiert sich die DECHEMA in der vorwettbewerblichen Gemeinschaftsforschung. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse in praxisorientierte Lösungen zu überführen und so die Wettbewerbsfähigkeit und Nachhaltigkeit der vertretenden Branchen zu stärken.

 

 

 

 

zurück zur Übersicht

© DECHEMA e.V. 1995-2026, Last update 08.06.2026

DECHEMA e.V.
Theodor-Heuss-Allee 25
60486 Frankfurt
Telefon (069) 7564-0
Telefax (069) 7564-201


Kontakt/Contact:
Simone Angster
Tel. +49 (0) 69 / 75 64 - 540
E-Mail:
Veranstaltungen
Jetzt Mitglied werden