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Anker Peptide: eine grüne und vielseitige Strategie für die Applikation von BIObasierten Additiven in Textil- und Kunststoffbeschichtungen

280 EN

Ankerpeptide bestehen aus einem hydrophoben und hydrophilen Teil und zeichnen sich durch eine ausgezeichnete Affinität zu vielen gängigen Kunststoffen (PP, PS, PE, PET) aus. Sie bieten daher ein großes Potenzial für den Einsatz als Haftvermittler für Textilbeschichtungen oder als neuartige Coatings auf schwer zu behandelnden Kunststoffsubstraten. In diesem Projekt wurde die allgemeine Anwendbarkeit von Ankerpeptiden als Additive für Folien und Textilbeschichtungen untersucht. Zum einen wurde die allgemeine Anwendbarkeit bereits bekannter Ankerpeptide als Haftvermittler für Polyolefine untersucht und zum anderen wurden Ankerpeptide mit biobasierten Funktionsbausteinen konjugiert, um die Oberflächeneigenschaften der Kunststoffe maßzuschneidern. Die verwendeten Biobausteine wurden in Allergie- und Hautirritationstests untersucht, dadurch wurde bereits während der Projektlaufzeit ihre Eignung für den Einsatz auf Textilien bestätigt. Die Funktionalitäten (u. a. antimikrobiell, UV-Schutz, Farbstoffe) wurden durch die Verknüpfung der Ankerpeptide mit funktionalisierter Mikrocellulose oder Nanolignin erreicht. Diese Biobausteine haben den Vorteil, dass sie vollständig bioabbaubar sind und, dass die Technologie in Zukunft auch für die Funktionalisierung von bioabbaubaren Kunststoffen (z. B. PLA) genutzt werden kann. Die Wertschöpfungskette vom Hersteller von Peptiden und Cellulosen, über die Dienstleister im Protein Design für spezifische Anwendungen zu den Nutzern in Textilien und Verpackungen ist im projektbegleitenden Ausschuss abgebildet und die beteiligten Firmen wurden in den Projekttreffen vernetzt. Dadurch wurde die Umsetzung der Forschungsergebnisse in den KMUs beschleunigt, da bereits während der Projektlaufzeit Kunden- bzw. Produzentennetzwerke aufgebaut wurden. Dies hat bereits vor Abschluss des Projekts zu Folgeprojekten geführt. Mit diesem Projekt wurden Biotech-KMUs mit der Beschichtungsindustrie vernetzt und gemeinsam mit ihnen neue Markteintrittsmöglichkeiten und Kontakte für die "Biologisierung" der Beschichtungsindustrie (Kunststoffe und Textilien) erarbeitet.
 

Bearbeitet wurde das Forschungsthema von 09/20 bis 03/23 an dem DWI – Leibniz-Institut für Interaktive Materialien e. V. (Forckenbeckstr. 50, 52056 Aachen, Tel. 0241/8023344) unter der Leitung von Dr. Felix Jakob (Leiter der Forschungseinrichtung Prof. Dr. Stefan Hecht) und der Uniklinik RWTH Aachen, Klinikum der Dermatologie und Allergologie – Hautklinik (Pauwelsstr. 30, 52074 Aachen, Tel. 0241/7501-8238) unter der Leitung von Prof. Dr. Jens Malte Baron (Leiter der Forschungseinrichtung Prof. Dr. Amir Yazdi).

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BMWk-Logo Das IGF-Vorhaben Nr. 280 EN der Forschungsvereinigung DECHEMA, Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V., Theodor-Heuss-Allee 25, 60486 Frankfurt am Main wurde im Rahmen des Programms „Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF)“ durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert.
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