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12.12.2022

Grüner Wasserstoff aus Namibia – ein Exportschlager?

Seit Oktober 2022 analysieren Wissenschaftler:innen und Berater:innen der Frankfurter Institutionen DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. und ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung mit welchen Mitteln in Namibia der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft gelingen kann und welche Möglichkeiten des Exports es nach Deutschland gibt.

Im Rahmen einer Studie, die in den nächsten zweieinhalb Jahren erarbeitet wird, analysieren die Projektpartner:innen Aspekte der Produktion, der Umwandlung und des Transports von grünem Wasserstoff in Namibia. Ziel der Studie ist es, das Potenzial einer grünen Wasserstoffindustrie – einschließlich innovativer Meerwasserentsalzungstechnologien vor Ort – sowie Möglichkeiten des Wasserstoffexports nach Deutschland zu untersuchen.

Während sich die DECHEMA auf die technischen Aspekte der Wasserstoffproduktion und des Wassermanagements sowie auf Studien zur Marktentwicklung konzentriert, unterstützt das ISOE im Bereich Transformationsmanagement und bei den sozial-ökologischen Wirkungen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen seiner Strategie, internationale Wasserstoff-Partnerschaften auszubauen, gefördert. Da in Deutschland nicht ausreichend (Grüner) Wasserstoff produziert werden kann, verfolgt das BMBF das Ziel, Partnerschaften mit Ländern einzugehen, in denen die Produktion sinnvoll erscheint.

So zeigen erste Berechnungen, dass Namibia über optimale Bedingungen verfügt, um Wind- und Solarenergie zu erzeugen und damit Grünem Wasserstoff zu produzieren. Namibia selbst strebt an, noch vor dem Jahr 2025 Grünen Wasserstoff zu exportieren. Grüner Wasserstoff ist klimaneutral, weil bei seiner Produktion kein CO2 freigesetzt wird – ihm kommt somit eine Schlüsselrolle bei der deutschen Energiewende zu.

„Auch wenn nach Ansicht vieler Expert:innen Namibia eines der vielversprechendsten Länder für die günstige Produktion von Grünem Wasserstoff ist, so ist es gleichzeitig auch das trockenste Land der Subsahara-Region. Ausreichend erneuerbare Energien allein reichen für die Wasserstoffproduktion nicht aus. Wasser, das ebenfalls benötigt wird, muss vor Ort deshalb kostengünstig aus Meerwasserentsalzungsanlagen gewonnen werden. Nur dann wird sich das Vorhaben rentieren“, so Dr. Daniel Frank, Koordinator des Vorhabens bei der DECHEMA.

Neben den Potenzialen, die die Produktion von Grünem Wasserstoff bietet, müssen auch die sozialen und ökologischen Risiken, wie zum Beispiel Wasser- und Landnutzungskonflikte bewertet werden. Diese Bewertung wird der Kooperationspartner ISOE vornehmen.

Gelingt es im Rahmen der Studie, die Machbarkeit der Wasserstoffproduktion und des geplanten Exports erfolgreich zu demonstrieren, lässt sich das Konzept auf andere Regionen übertragen. Damit ließe sich eine Basis für den weltweiten Aufbau der Wasserstoffwirtschaft schaffen. Grüner Wasserstoff würde so einen wichtigen Beitrag zur Klimaneutralität sowie zur sozio-ökonomischen Entwicklung des Globalen Südens leisten.

Über die Projektpartner

Die DECHEMA Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V. führt Fachleute unterschiedlicher Disziplinen, Institutionen und Generationen zusammen, um den wissenschaftlichen Austausch in chemischer Technik, Verfahrenstechnik und Biotechnologie zu fördern. Die DECHEMA sucht nach neuen technologischen Trends, bewertet diese und begleitet die Umsetzung von Forschungsergebnissen in technische Anwendungen. Über 5.800 Ingenieure, Naturwissenschaftler, Studierende, Firmen und Institutionen gehören dem gemeinnützigen Verein an. Gemeinsam mit der DECHEMA Ausstellungs-GmbH ist er Veranstalter der ACHEMA. 

Das ISOE – Institut für sozial-ökologische Forschung gehört zu den führenden unabhängigen Instituten der Nachhaltigkeitsforschung. Es entwickelt wissenschaftliche Grundlagen und zukunftsweisende Konzepte für sozial-ökologische Transformationen. Hierfür forscht das ISOE transdisziplinär zu globalen Problemen wie Wasserknappheit, Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Landdegradation und findet tragfähige Lösungen, die ökologische, gesellschaftliche und ökonomische Bedingungen berücksichtigen.

 

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